StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 9.2018

Kategorie: Theater
Stichwort: Palais Temporär

Palais Temporär

Beim »Palais Temporär« wird der Rudolfplatz zur Performance-Bühne


Gruppenbild mit Fisch, v.l.n.r.: Stephanie Thiersch, Philine Velhagen, Alexandra Knieps, Angie Hiesl, S. E. Struck, Foto: © dezentrale

Am 11. September öffnet auf dem Rudolfplatz für einen Tag das »Palais Temporär« seine Pforten. Das Gemeinschaftsprojekt von fünf Kölner KünstlerInnen, ArchitektInnen und Kulturschaffenden soll als mobiles Zentrum langfristig zur Schnittstelle zwischen den Künsten werden. Beim ersten Probelauf sind auch alle Kölner BürgerInnen aufgerufen, sich an der Kunstaktion aktiv zu beteiligen. So sollen ab 15 Uhr 200 HelferInnen die Hülle des temporären Palais an seinen Standort in den Torbogen tragen. Dann wird dort die wandelnde Raumblase mit Luft gefüllt und als visionäres Luftschloss zum beweglichen Zentrum des Palais Temporär.

 

Der mobile Performancebau entstand in einjähriger Zusammenarbeit mit der Architekturfakultät der TH Köln sowie dem Haus der Architektur Köln. Für das Projekt haben sich die fünf Künstlerinnen aus vier Kölner Kompanien zum Label »dezentrale« zusammengeschlossen: Philine Velhagen vom Drama Köln hat ebenso Erfahrungen mit Performances im öffentlichen Raum wie Angie Hiesl, die seit Jahrzehnten bundesweit mit ihren Performance und Installationen von sich reden macht. Stephanie Thiersch von Mouvoir sieht ihre choreographischen Arbeiten immer schon im interdisziplinären Kontext, in dem Medien, Bildende Kunst und Popkultur in die Tanzstücke miteinfließen, und die beiden Tänzerinnen und Choreographinnen Alexandra Knieps und S.E. Struck nehmen den öffentlichen Raum bei ihren unter dem Labelnamen SEE! entwickelten Stücken gleichfalls als Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Arbeit.

 

Obwohl alle fünf Frauen seit Jahren in der örtlichen und nationalen Kunstszene etabliert sind, suchen sie bei diesem Gemeinschaftsprojekt nach neuen Wegen und Möglichkeiten, wie Performance-Kunst in einer Stadt wie Köln gebündelt werden kann, um stärker wahrgenommen zu werden. Die hier buchstäblich in den Raum gestellte Frage nach einer besseren Verortung der performativen Künste in Köln soll im zweiten Teil der Kunstaktion ab 18 Uhr bei einer offenen Durational-Talk-Runde mit Expert*innen und Interessierten erörtert werden. 

 

»Palais Temporär«, A + R: Philine Velhagen, Angie Hiesl, Stephanie Thiersch, Alexandra Knieps,
S.E. Struck

 

11.9., Teil 1 ab 15 Uhr: Try & Suceed — 400 Füße, 400 Augen, 400 Hände -tragen die Hülle des Palastes, -Rudolfplatz

 

Teil 2 ab 18 Uhr: Durational Talks — Offene Diskussion mit Impulsen von Madhusree Dutta (Akademie der Künste der Welt), Verena Elisabet Eitel (HMT Leipzig) u.a. sowie den
Initiatorinnen. Hohenzollernsaal; Steigenberger Hotel Köln

 

 


Von: Alexander Schmitt
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