StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 12.2018

Kategorie: Theater
Stichwort: SEE!

The Audience is present


SEE! und der Eberplatz, das passt. Das Performance-Duo, bestehend aus den Choreographinnen und Künstlerinnen SE Struck und Alexandra Knieps, hat seit seiner Gründung 2005 immer wieder den öffentlichen Raum in den Städten mit choreographischen Installationen besetzt und mit autarker Formen-sprache offene Netzwerke kreiert, die im urbanen sozialen Kontext Formen der Vergemeinschaftung und der Teilhabe thematisieren. Da ist es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis die Kölner Gruppe sich mit dem wohl zurzeit kontroversesten Ort der Stadt auseinandersetzen würde.

 

Ausgangspunkt dieser Live-Installation am Eberplatz wird die neue Galerie»Gemeinde Köln« sein, die im Sommer die Räumlichkeiten der ehemaligen Galerie Tiefgarage übernahm. Am Ebertplatz, wo in der aktuellen Phase der Zwischennutzung neue Möglichkeiten des gesellschaftlichen wie kulturellen Zusammenlebens zur Disposition stehen, präsentiert SEE! vom 30. November bis zum 5. Dezember mit »The Audience is present« eine Vielzahl von Versammlungsszenarien. Gemeinsam mit einer Kerngruppe von Performer*innen, bestehend aus Künstler*innen unterschiedlichster Sparten, Besonderheiten und Nationalitäten entstehen begehbare Installationen, die radikal verschiedene Versammlungsvariationen durchspielen: einen Unfall, Sitzstreik, Zirkel oder einen Protest.

 

Die Raumgrenzen zwischen Performer*innen und Zuschauer*-innen sind bei SEE! wie immer offen. In einer vielschichtigen -Szenenanlage entsteht so eine demokratische und unverwech-selbare Formensprache, die die Sparten miteinander verbindet.

 

Bei der wagemutigen Installation in der Gemeinde Köln werden sich die Performer*innen unter dem Einfluss der Zuschauerkörper gemeinsam auf einer Fläche bewegen. Interaktion bedeutet in diesem Falle, dass die Zuschauer*-innen als Teil der Live-Installation wahrgenommen werden, ihnen aber, so die Ankündigung, keine Macht gegeben wird. SEE! möchte damit den Raum zwischen Zuschauenden und Akteur*innen, zwischen Öffentlichkeit und Privatheit, zwischen dem Eigenen und dem Anderen zum Thema machen. 

 

  
Von: Alexander Schmitt
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