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Ausgabe: 2.2019

Kategorie: Theater
Stichwort: Theater

Wehr51

Die beiden Theatergruppen theater-51grad und wehrtheater fusionieren heute für eine einzigartige Performance


Produzieren nun zusammen: Die Theaterfrauen Rosi Ulrich und Andrea Bleikamp, Foto: Sergej Maingardt

Hier wächst zusammen, was zusammen gehört. Die Kölner Theatergruppen theater-51grad und wehrtheater können schon seit 2012 auf eine fruchtbare Zusammenarbeit beim Tanz und Theater zurückblicken (»Heroes«, »Blur — 6 Miniaturen zur Unschärfe«, »The Influencer«) und werden ab dem neuen Jahr unter dem neuen Namen Wehr51 neue Projekte entwickeln. 

 

Beide Gruppen entstanden Anfang der 2000er Jahre und arbeiteten seit ihren Gründungen mit Theaterschaffenden, Tänzern, Choreographen und bildenden Künstlern an performativen postdramatischen Kunstaktionen.

 

Dem vielfältigen und interdisziplinären Ansatz bleibt auch die neue Theatergruppe treu. Dabei greifen sie auf die bewährte Arbeitsteilung zurück. Wie schon bei den vorherigen gemeinsamen Projekten wird Andrea Bleikamp Regie führen, während Rosi Ulrich für die Dramaturgie verantwortlich zeichnet. Erklärtes Ziel der beiden Künstlerinnen ist es, die Bühne zum Ort utopischer Kommunikation zu machen. Wie das konkret auszieht, konnte das Kölner Publikum schon bei der Produktion »Erschöpfte Demokratie« (2016) erleben. Als Aufführungsort wählten sie das Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, um hier, wo das Denken in Zukunftsmodellen von Berufswegen betrieben wird, die Auseinandersetzung mit politischen Themen in Form eines Theaterabends als angewandte Utopieforschung zu erproben. 

 

Die Fragen nach der Legitimität der gesellschaftlichen Machtverteilung, ihrem Missbrauch, dem Kampf um die Akzeptanz und Autonomie des Menschen und um den Wert der Umwelt, die bei Andrea Bleikamp und Rosi Ulrich im Zentrum ihrer Arbeit stehen, wurden hier in einem performativen Parcour zu den Themen Ökonomie, Natur und Politik spielerisch und interaktiv behandelt. Die Erfolgsproduktion ist nach einem Gastspiel in Berlin im April in den Räumlichkeiten der Max-Planck-Gesellschaft in München zu sehen. In Köln hingegen führen sie noch einmal das hochgelobte Tanzstück »Rockaby« auf, mit denen die beiden Frauen 2015 ihre Zusammenarbeit begründeten.

 

Rockaby, Mo 25.2., Labor Projektgalerie, Eberplatzpassage 5, 20 Uhr

 

 


Von: Alexander Schmitt
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