StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 3.2019

Kategorie: Theater
Stichwort:  Mensch Maschine Festival »Hi, Robot!«

Hi, Robot!


Im Titel winkt die Begegnung. »Hi, Robot!« sagt ein Mensch, der eine Reaktion testet und vielleicht »Hi, Mensch!« erwartet. Oder ein Roboter begrüßt seinesgleichen, weil ein Mensch ihm Höflichkeit programmiert hat.

 

Das Tanzhaus NRW in Düsseldorf hat »Hi, Robot! Das Mensch Maschine Festival« initiiert, das sich drei Wochen lang diesem Miteinander der Kreaturen und Kreationen widmet und auch gleich als Miteinander durchführt wird, mit dem NRW-Forum im Ehrenhof und dem Kino Black Box im Filmmuseum: Gastspiele aus Berlin und Fernost, manche erstmalig in Deutschland gezeigt, eine Uraufführung, Filme, dazu Konferenz, Ausstellung, Konzerte. Zu tun gibt es auch was, im Coding-Robotik-Labor für Jugendliche.

 

Ein Roboter mit Menschengesicht und Technikeingeweide dirigiert ein Konzert und singt; der Komponist des Werkes »Scary Beauty« (13.3.), Keiichiro Shibuya, nennt es androide Oper. Diese »beängstigende Schönheit« schlängelt sich als roter Faden durchs -Programm, dessen Thema seit Jahr-hunderten die Künstler umtreibt. Nur haben sich die Maschinen -seitdem sehr verändert. Ihre Mitspieler auch?

 

Sie tanzen. Der Tanz kennt sich ja aus im Wechselspiel zwischen kontrollieren und kontrolliert werden und kann seine doppeldeutige Faszination begreiflich machen. In »The most human« (16., 17.3.) verleiht Robin Jonsson der Maschine und der Tänzerin komische Charaktere, die eine Art Zuneigung verbindet. Auch Huang Yi und das -Produkt der Firma »Kuka« (22., 23.3.) sind scheinbar auf Einklang aus, betören mit dem Sinn für Schönheit. Da ist die Idee von Perfektion nicht weit, heutzutage ist Optimierung weltweit marktfähig. Davon handeln mit Humor und Objekten die Stücke von Martin Nachbar und Geumhyung Jeong. In »Discrete figures 2019« (29.–31.3.) erfinden Rhizomatics Research, Elevenplay und Kyle McDonald Bewegungen oder besser, sie übersetzen neu, mit Mathematik, Coding und Tanz.

 

Und wenn sich die wunderbare Tanzkünstlerin Doris Uhlich aus Wien in »Tank« (14., 15.3.) ins Bad eines Kunstlabors begibt, ist das Staunen über feste und flüssige Materialien vorprogrammiert.

 

 

Hi, Robot! Das Mensch Maschine Festival, 13.–31.3., tanzhaus NRW Düsseldorf, tanzhaus-nrw.de

 

 


Von: Melanie Suchy
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