StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 8.2013

Kategorie: Kommunal
Stichwort: Platine Festival

Charmanter Hybrid

Zwischen Kunst und Spiel: das Platine-Festival


Wann ist eine interaktive Installation so spielerisch, dass sie als Spiel durchgeht — und wann sind Games so konzeptionell und künstlerisch, dass sie eher der Kunst zuzuordnen sind? Diese Schnittstelle zwischen Spiel und Kunst sei das Spannungsfeld, in dem sich das Platine-Festival bewege, so Kurator Lukas Höh. Seit 2010 findet die Platine jährlich im Artheater und weiteren Ehrenfelder Locations statt und konnte sich mit ihrem besonderen Format — ein Hybrid aus Ausstellung und Festival mit freiem Charme — im Umfeld von der Spielemesse Gamescom (KölnMesse, 21. bis 25. August) und der Demoparty Evoke (Abenteuerhalle Kalk, 16. bis 18. August) behaupten.

 

»Uns gefällt der Gedanke, dass die Exponate oft erst durch den Besucher zum Leben erweckt werden«, sagt Lukas Höh. Zum Beispiel, wenn man wie in diesem Jahr beim Kickerspielen improvisierte Musik machen oder mit einer echten Spieluhr Sounds und Visuals auf dem iPad generieren kann. Der Eintritt zu allen Ausstellungsorten ist frei, und überhaupt kommt die Platine im besten Sinne unverkrampft und unkünstlerisch daher. »Wir wollen die Aussteller selbst zu Wort kommen lassen und uns nicht in irgendwelchen Kongresszentren oder Messehallen verschanzen, sondern auch Besucher erreichen, die uns beiläufig entdecken.« Hinter dem Festival steckt zwar eine Ehrenfelder Kommunikationsagentur mit Kunden aus der Spieleindustrie, jedoch betont Höh den nichtkommerziellen Charakter. Man wolle Werke zeigen, die außerhalb der Industrie und ohne Anspruch auf Vermarktbarkeit entstanden sind. »Der Grundgedanke ist, ein Erlebnis zugänglich zu machen, ohne dafür Eintritt zu zahlen. Nicht der Besitz eines Kunstwerks steht im Vordergrund, sondern der Zugang dazu — genau wie Wissen im Allgemeinen und Informationen zugänglich gemacht werden.«

 

Neben Kickerinstallation und Spieldosen-iPads kann man bei der Platine das Jump’n’Run-Spiel »Duality« ausprobieren, bei dem man zeitgleich zwei Spielewelten bezwingen muss. Außerdem gibt es Pyramiden-Kaskaden, die sowohl physisch als auch virtuell existieren und manipuliert werden können — und eine Installation, die Kommunikation nicht be- ­sondern entschleunigt.

 

platine-cologne.de

 


Von: Marco Trovatello
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