StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 5.2014

Kategorie: Musik
Stichwort: Bad Panda Records

netzmusik #20

Bad Panda Records


»One free song every Monday«, mit dieser Idee startete Claudio Gallo aus Rom Bad Panda Records im Jahr 2009. Mittlerweile zählt es zu den populärsten aktiven Netlabels. Für die digitalen Releases nutzt der böse Panda hauptsächlich Soundcloud und hat dort mittlerweile stattliche 167.000 Follower gesammelt. Vinyl-Freunde können über einen Online-Shop diverse Alben erwerben. »Pressing beautiful things« nennen Claudio und Freunde das. Creative Commons-Lizenzierung? Überwiegend, klar. Umsonst? Nein, nicht immer — entsprechend Richard Stallmans vielzitierter Aussage eben »Frei wie in ›Freiheit‹, nicht wie in ›Freibier‹«.

 

Von Indiepop über Experimental bis hin zu Postrock und Elektronik ist vieles im Angebot: Aktuell zum Beispiel der sphärische Dream-Pop der italienischen Singer-Songwriterin Matilde Davoli, bekannt als »Girl with the Gun«. Eine unprätentiöse, irgendwo zwischen Akustik und Elektronik agierende Backingband trifft auf zarte, verhuschte Vocals, flirrende Gitarren und verhallte Streicher — wunderschön und sicher die vier Euro für den Albumdownload, den ihr auch noch an eure Freunde weitergeben dürft, wert. Oder aber die organischen Electronica von Erin Rioux aus Brookyln , New York. Mit einer Serie freier Singles hat er sich in der treuen Bad-Panda-Hörerschaft längst einen festen Platz erspielt.

 

bad panda records> 

 

Girl with the Gun> 

 

Rioux> 

 

Und hier die News im Schnelldurchlauf:  Unsere Lieblings Garagen-Rocker The Dark Colours Since 1685 haben ein neues Album auf Bandcamp> veröffentlicht. Wie schon auf dem Vorgänger wird hier schön dreckig den raueren Spielarten des klassischen Punk’n’Roll gefrönt. Wir sind Fans.

 

Das Kölner Trio Octo bietet eine digitale Version ihrer selbstbetitelten Maxi-Single auf Bandcamp> zum Nenn-Deinen-Preis an. Stilistisch bewegen sich die drei in Postrock-Gefilden, also kein Gesang, tricky Grooves und verschachtelte Strukturen. Durch den Verzicht auf Gitarren und die Besetzung mit zwei Bässen plus Schlagzeug bekommen die Tracks aber eine ungeheuere Heavyness, sind also durchaus zum Headbangen geeignet. Recht selten in dieser Stilrichtung.

 

Noch mal Bandcamp>, denn dort hat doch das Deathwish Inc.Label von Converge Sänger Jacob Bannon einfach mal den kompletten Katalog eingestellt. So können sämtliche Alben in voller Länge gehört und in eigene Webseiten eingebettet werden, ohne einen Streaming-Dienst dafür zu bemühen. Wir empfehlen (auch zum Kauf!) Oathbreaker, und zwar beide Alben.  
Von: Marco Trovatello und FC Stoffel
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