StadtRevue Archiv | Artikel

Ausgabe: 6.2019

Kategorie: Trinken & Essen - Neueröffnung
Stichwort: Russisch

Raskolnikow

50677 Köln, Südstadt, Bonner Wall 2a

Tel. 931 184 20, Ö: 18–23, So/Mo bis 22


Foto: Manfred Wegener


Das einstige Tripse Bock sieht aus wie immer. In der Eckkneipe residiert nun eines der wenigen russischen Restaurants der Stadt, wie zuvor am Barbarossaplatz frei von gastronomischen Moden. Hier gibt es noch üppige Fleischberge ohne Storys von Nachhaltigkeit und bio.

 


Das Angebot ist sortiert in die Sparten Suppen, Vorspeisen, Blini, Teigtaschen, Pfannengerichte sowie Fleisch und Fisch als Hauptgänge (ab 11,50 €). Der Borschtsch (5,90 €) wird heiß in der gedeckelten Terrine serviert und ist arg ölig, die Rote Bete dringt aromatisch nicht durch. Der gestürzte russische Kartoffelsalat (»Olivier«, 5,50 €) mit Huhn, Ei, Erbsen und viel Fett wird es in keinen Ratgeber für cholesterinarme Ernährung schaffen, ist aber so schmackhaft wie opulent.
Das Boeuf Straganoff (16,50 €) wird wie alles hier als üppige Portion aufgetragen. Das Rindfleisch ist gut, die Steinpilz-Gurken-Rahmsauce schmeckt flach und das Rote-Bete-Carpaccio entpuppt sich als eingelegte Scheiben, wie man sie aus dem Glas kennt. Mediterrane Anleihen nimmt der »Graf Orlow« (14,50 €): drei Schweine­filetmedaillons im Speckmantel, in der Pfanne serviert mit gebackenen Kartoffelspalten und Gemüse — ein solides Grillgericht. Dazu  trinkt man Baltika aus der Flasche (3,90 €) oder das alkoholfreie Malzgetränk Kwas (2,50 €).

 


Mehr als Geldspielautomat und russische Popmusik überzeugt das authentische Kneipen-Flair im Thekenraum. Auch die Dostojewski-­Referenzen haben Charme. Die Rechnung kommt in einer Buchattrappe (»Der Idiot«).

 

raskolnikow-koeln.de

 

 

 


Von: Jan Lüke, Bernd Wilberg

 
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