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StadtRevue Blog

11.03.2013
17:14

Neue Musik aus dem Netz: Walter Benjamin, Maya Solovéy

Walter Benjamin 

OK, direkt zu Beginn einen Euro ins Phrasenschwein: Walter Benjamin aus Lissabon ist im Genre Singer-Songwriter eine Ausnahmeerscheinung. In einer fairen Musikwelt sollte ihm große Aufmerksamkeit beschieden sein. Seine Songs sind vielfältig und unvorhersehbar, seine gehauchten, fast geflüsterten Vocals sind gefühlvoll, aber nicht kitschig, und besitzen hohen Wiedererkennungswert. Mitunter sind - neben LoFi-Experimenten und Ausflügen in traditionell-portugiesisch bis lateinamerikanische Gefilde - veritable Hits dabei. Viel seiner großartigen Musik ist frei im Netz verfügbar.

Walter will es jetzt wissen: Sein Netlabel Merzbau, auf dem er ein Album und mehrere EPs veröffentlichte, hat er an den Nagel gehangen, ist mit Freunden nach London gezogen und versucht es dort mit neuem Label namens Roman Road Records. »Ich persönlich glaube, dass die Leute in der Lage sein sollten, meine Musik zu sampeln und interessante, neue Sachen damit zu machen«, antwortet er auf die Frage, warum er Creative-Commons-Lizenzen nutzt, und ergänzt das noch mit dem schönen Satz »Creation leads to more creation«. Gleichermaßen ist er unsicher, wie es weitergeht: »Mit Roman Road Records verkaufen wir unsere Platten online via Bandcamp, müssen Miete, Essen und unser Studio bezahlen - lustige Zeiten sind das«, sagt er dazu. Er räumt allerdings ein, dass er seinen Lebensunterhalt als Toningenieur verdient — was man seiner wohlklingenden, gut produzierten Musik durchweg anhört.

Und ja, seinen Künstlernamen hat er sich beim deutschen Philosophen und Publizisten Walter Benjamin (1892 bis 1940) geborgt. »Ich studierte Anthropologie in Lissabon, seine Geschichte hat mich wirklich gepackt — seine Flucht vor den Nazis, die im Selbstmord endete — trotzdem ist der Name mehr wie ein Bandname und es ist nicht so, als würde es in meiner Musik um Philosophie gehen.« Weitere Infos und Download hier.

Maya Solovéy — I:II (bandcamp)

Gleiches Genre, anderes Geschlecht. Maya Solovéy singt teils englisch, teils portugiesisch, aber immer sehr zart und einschmeichelnd über die Irrungen und Wirrungen komplizierter, arg zu verkopfter Liebesbeziehungen. Das erschließt sich aber erst nach Lektüre der Songtexte. Wenn wir nicht auf die Texte achten, dann sitzen wir rein akustisch in einem quasi – sakralen Raum der Stille. Vorne die Stimme und die Gitarre, weit hinten im Hall die sparsam eingesetzten Streicher und Holzbläser. Das ist kitschig, aber wunderschön. Maya Solovéy — I:II (bandcamp) - Download

 

 

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