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StadtRevue Blog

10.06.2013
13:16

Netzmusik #9: Old Splendifolia – Utterly Heartbreaking (La bèl Netlabel)

Jana Plewa (rechts) und F.S. Blumm sind Old Splendifolia. Bild: labelnetlabel.com

Nach “…swaying boldly afar…” auf dem japanischen Plop-Label ist "Utterly Heartbreaking“ die zweite Veröffentlichung des Duos Old Splendifolia, bestehend aus Jana Plewa und Frank Schültge alias F.S. Blumm. Sie markiert – möglicherweise – einen Wendepunkt in der Karriere der beiden Musiker/innen, handelt es sich doch um ihre erste Veröffentlichung unter Creative Commons-Lizenz. Doch bevor ich hier in das Verhandeln von Urheberrechtsproblematik und Aufmerksamkeitsökonomie verfalle, erstmal zum Wichtigsten: Der Musik.

Über F.S. Blumm muss ich hier nicht mehr viele Worte verlieren: Von Soloprojekten bis hin zu Kollaborationen wie Sack & Blumm, Kinn, oder Bobby & Blumm sind er und seine überwiegend akustische Musik sicher bekannt. Singer-Songwriterin Jana Plewa trat vor Old Splendifolia bereits mit The Kat Cosm in Erscheinung.

"Utterly Heartbreaking" vereint Blumms elegisches Gitarrenspiel mit allerlei anderen akustischen Instrumenten, Field Recordings und natürlich Plewas Gesang. Die Songs entfalten durch ihre Aufnahmeästhetik und ihren teils improvisierten Charakter einen sehr intimen, persönlichen Charme. "Wir wollten, dass es nahe an dem dran ist an dem, was man auf einem Konzert von uns bekommt. Generell mag ich es sehr, mit dem Mikrofon in den Mikrokosmos einzutauchen, die kleinsten Bewegungen der Finger auf den Saiten hörbar machen, das leiseste Knistern und Hauchen einzufangen. Bei den Field Recordings wollten wir, dass die Stimme so klingt als wäre sie im Wald eingesungen, also haben wir sie im Wald aufgenommen ... zufälligerweise kam dann ein Mopedfahrer vorbei“, erzählt Frank mir zur Entstehung des Albums.

Doch ich komme nicht umhin, das Album in den aktuellen, kulturpolitischen Kontext einzuordnen. Das italienische La bèl Netlabel bietet 'Utterly Heartbreaking' einerseits als kostenlose EP, die auf archive.org bereits über 70.000 Downloads zählt,
andererseits als komplettes Album für drei Euro und auch als handgemachte CD in limitierter Auflage via Bandcamp an. Das Ganze unter einer Creative Commons-Lizenz, die die nicht-kommerzielle Weitergabe erlaubt. Was versprechen sich Label und Band von dieser neuen Form der Distribution und Veröffentlichung? "Dass die Musik draußen ist und diejenigen findet die sie mögen, neue Menschen auf uns aufmerksam werden und wir Konzerte spielen", sagt Frank. Und finanziell? "Ein Lizenz abgreifen wäre natürlich schön: Fernsehfilm, Kinofilm, Doku, Werbung ...“, antwortet er und ergänzt "Das
scheint - zumindest in meinem Fall - ohnehin die einzige Art zu sein, durch eine Veröffentlichung heutzutage ernsthaft etwas verdienen zu können ..."

OK, nehmen wir also an es funktioniert: Die Creative Commons-Lizenz hilft Old Splendifolia dabei, bekannter zu werden, es ergeben sich Konzerte, Lizensierungen, neue Kollaborationen, Remixe etc. - wäre dann die C3S (wir berichteten) eine Alternative, so sie denn gegründet wird? Frank resümiert: "Tja, die GEMA hat durch ihr langes Alleinherrscher-Dasein einfach die Bodenhaftung verloren; das wird insbesondere sichtbar bei ihrer extrem ungerechten Verteilungs-Politik und der gezielten Fehlinformation von Laden- und Clubbesitzern. Durch eben diese Monopol-Stellung kann es aber wohl noch lange dauern, bis insbesondere Airplay von anderen Verwertungsgesellschaften adäquat vergütet werden kann.“ Ende offen also, zumindest für F.S. Blumm und das Duo Old Splendifolia. Wir bleiben dran.

P.S.: Das komplette, nicht editierte Interview mit F.S. Blumm gibt's wie immer hier.

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