Der Zug ist aufs Gleis gesetzt

Die Stadtrevue-Verlagsgenossenschaft startet

Jetzt ist es amtlich: Die Gründung der Stadtrevue-Verlagsgenossenschaft ist abgeschlossen! Innerhalb von vier ­Monaten haben wir das Projekt auf den Weg gebracht. Ob das Rekordzeit war, wissen wir nicht, aber es war — und ist immer noch — eine äußerst ambitionierte Idee.

Hey, schon Genoss:in?
Werde oder verschenke ein Stück Stadtrevue!

Anfang November hatten wir den ersten bedeutenden Meilenstein erreicht. Der Genoverband, Deutschlands größter Genossenschaftsverband, hat nach intensiver Prüfung die ökonomischen Grundlagen unserer ­zukünftigen Genossenschaft und auch die rechtlichen Voraussetzungen bestätigt. Unsere Initiative wurde offiziell aufgenommen und darf sich ab sofort »Stadtrevue-Verlagsgenossenschaft eG« nennen. Das ist weit mehr als eine Formalie: Uns wurde bescheinigt, dass unser Konzept tragfähig ist und die Gründungsidee allen ­Vor­gaben des Genossenschaftsrechts entspricht.

Zeitgleich dazu liefen die notwendigen Formalitäten für den Eintrag ins Genossenschaftsregister. Der Termin beim Notar erfolgte, die Satzung ging zum Amtsgericht Köln. Pünktlich zu Redaktionsschluss kam vom Notar die gute Nachtricht: Die offizielle Eintragung ist erfolgt! 

Unsere Genossenschaft hat volle Geschäftsfähigkeit erlangt — und damit die rechtliche Grundlage, den Verlag tatsächlich übernehmen zu können. Für  das Stadtrevue-Kollektiv, das in den vergangenen Monaten mit der ­vorläufigen Insolvenz des Verlags und großen Unsi­cherheiten konfrontiert war, bedeutet all das wieder ­Stabilität und erste Planungssicherheit. In den nächsten Tagen erfolgt auch die Eröffnung des Kontos für die Genossenschaft.

Mit der Aufnahme in den Genoverband können alle ­Interessierten ab sofort Anteile zeichnen und so Teil der Stadtrevue-Verlagsgenossenschaft werden. Das erste und wichtigste Ziel: Der Verlag soll aus der Insolvenz heraus­gekauft und in die genossenschaftliche Struktur überführt werden. Anders als bei typischen Unternehmensüber­nahmen liegt der Fokus nicht auf Rendite, sondern auf den Erhalt — Erhalt von konzernunabhängigem Journalismus in Köln, aber natürlich auch Erhalt unserer ­Arbeitsplätze. Alle bestehenden Arbeitsverträge sollen übernommen werden. Die Genossenschaft will so sicherstellen, dass die journalistische Qualität, die redaktionelle Arbeit und die personelle Kontinuität der Stadtrevue erhalten bleiben. ­Damit steht das Modell nicht nur für ein wirtschaftliches Engagement, sondern auch für politische und kulturelle Verantwortung.

Die Genossenschaft kauft also die Stadtrevue. Doch die Übernahme bringt finanzielle Herausforderungen mit sich, die deutlich über den eigentlichen Kaufpreis hinausgehen. Der Preis, der sich aus dem Insolvenzver­fahren ergibt, ist dabei nur ein Baustein. Die Genossenschaft startet operativ bei Null: Sie übernimmt keine Rücklagen und keinen ­finanziellen Puffer. Ab dem Tag der Übernahme müssen sämtliche Kosten gedeckt ­werden: ­Gehälter, Honorare, Produk­tionskosten, Druck, Vertrieb. Die Einnahmen der Stadtrevue fließen jedoch zeitversetzt, da die Erlöse aus Anzeigen und Vertrieb sich erst nach der Produktion ­realisieren. Die notwendige ­finanzielle Grundlage, um diese Phase zu überbrücken, stammt aus den Mitteln der Genossenschaft. Das heißt, die ersten Monate werden ­besonders schwer.

Trotz dieser Herausforderungen herrscht bei uns ­Aufbruchstimmung. Die Resonanz auf die Gründung der Genossenschaft ist bereits jetzt motivierend. Binnen zwei Wochen nach Veröffentlichung von Satzung und Beitrittserklärung haben mehr als 80 Menschen ­280 ­Anteile gezeichnet. Das zeigt nicht nur die Ver­bundenheit mit der Stadtrevue, sondern auch das ­Interesse an dem Modell einer Verlagsgenossen­schaft. Wir sehen darin ein starkes Zeichen für den gemein­samen Willen, unabhängigen Journalismus in Köln zu ­erhalten und zu stärken.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Der Eintrag ins ­Register, die finalen Gespräche im Rahmen des Insolvenzverfahrens und die weitere Kapitalisierung der Genossenschaft bilden die Grundlage dafür, den Verlag zu übernehmen und den Betrieb nahtlos fortzuführen. Der Zug ist aufs Gleis gesetzt. Die Stadtrevue-Verlags­genossenschaft eG ist dabei, ein Beispiel dafür zu werden, wie ­Medien in schwierigen Zeiten durch gemeinschaft­liches Engagement eine neue Perspektive erhalten ­können: ­getragen von vielen — solidarisch.

Euer Stadtrevue-Kollektiv

Mitglied werden:
Unter stadtrevue.de/support halten wir euch über die weitere Entwicklung der Genossenschaft auf dem Laufenden. Hier findet ihr unsere Satzung, das ­Beitrittsformular und die FAQ!