Neue Konzepte

Es ist eine gute Nachricht: Die Zukunft der artothek ist endlich gesichert. Keine Selbstverständlichkeit, denn im Laufe ihres fast 35-jährigen Bestehens wurde schon öfter an der Programmatik und Struktur der Kölner Institution herumgedoktert. Als ihre Hauptbestimmung in der Anfangszeit noch darin bestand, zeitgenössische Kunstwerke zur Ausleihe bereitzustellen, gehörte sie zur Stadtbibliothek. Wenig später kam noch ein Ausstellungsprogramm mit Kölner Künstlern und internationalen Gästen hinzu.

Doch das drohte in den 90er Jahren durch Sparpläne der Stadt eingestellt zu werden, der reizvolle Standort in dem spätgotischen Bürgerhaus nahe des Doms sollte aufgegeben werden. Diese Absicht löste eine Welle der Entrüstung aus, die in die Gründung eines Förderkreises und wenig später in der Anbindung der artothek an das Stadtmuseum mündete. Ausstellungs- und Ausleihbetrieb werden seitdem auch dank der engagierten Führung von Christiane Dinges erfolgreich koordiniert. Allerdings verhehlt die Leiterin heute, gut zwölf Jahre nach Rettung der artothek, nicht, dass die schwache städtische Unterstützung ihren Tribut gefordert hat: Der mittlerweile auf 6.000 Euro geschrumpfte Ankaufsetat habe die Sammlung »verdorren« lassen, so ihre trockene Bilanz.

Nun steht die nächste Neuausrichtung an, die das Gespenst der Schließung endgültig vertreiben soll. Kulturdezernent Quander stellte das Konzept vor: Die artothek soll – ergänzt um den flotten Namenszusatz »Raum für junge Kunst« – durch die Angliederung an das städtische Kulturamt in ihrem Profil gestärkt werden. Die Fördermittel des Kulturamtes fließen nun auch in die artothek und umgekehrt profitiert das Amt, weil ihm Ausstellungsmöglichkeiten für seine Förderpreisträger offen stehen.

Mögliche Bedenken hinsichtlich neuer Zwänge, die das bisher hohe Niveau der Ausstellungen gefährden könnten, werden durch Stefan Kraus‘ Einführungsrede zur großartigen Eröffnungsschau »Thomas Kemper – Malerei« weitgehend zerstreut. Der neue Kolumba-Direktor ist nicht nur langjähriger Kemper-Förderer, sondern auch Mitglied der Jury und somit schon lange mitverantwortlich für das Programm der artothek. Ein gutes Omen für Qualität und Beharrlichkeit.