Foto: Jörn Neumann

Dem Leben zugewandt

Das Purim-Fest ist eine Art jüdischer Karneval. Juden feiern es im Frühjahr und erinnern damit an die jüdische Diaspora im persischen Reich. Der Legende nach rettete Königin Esther ihnen das Leben. »Megille Reloaded« (siehe Tagestipp 24.3.) bringt diese Geschichte auf die Bühne: Das deutsch-jiddische Musical, aufgeführt von vierzig Kindern und Jugendlichen aus NRW, ist ein Höhepunkt der Jüdischen Kulturtage, die vom 20. März bis zum 17. April in über 50 nordrhein-westfälischen Städten stattfinden.

Das Motto der Tage, die im Rheinland zuletzt 2007 organisiert wurden, ist 2011 »Einblicke – Jüdisches (er)leben«. Die Veranstalter, inzwischen 14 jüdische Gemeinden und zahlreiche Kulturvereine, rücken damit ihre Kultur so in den Mittelpunkt, »wie sie sich heute zeigt: dem Leben zugewandt«.

Das Neue zeigen

Ruth Schulhof-Walter, Koordinatorin in Köln, erklärt, dass schon bei der Planung der ersten Veranstaltungsreihe 1998 das Bestreben bestanden habe, die Programminhalte nicht auf die Vergangenheit zu reduzieren. »Und dieses Anliegen ist seit 1998 weiter in den Fokus gerückt. Wir wollen das Neue zeigen, das entsteht«, sagt sie.

Die Künstler, die zu den 500 Veranstaltungen in NRW beitragen, sind entweder selbst jüdisch oder befassen sich mit der Kultur der Religionsgemeinschaft. Die Darsteller von »Megille Reloaded« etwa wurden an 130 Schulen gecastet, unabhängig von Religion oder Herkunft. Regie führt Jenny Romaine aus New York, die Musik liefert die Klezmer Alliance.

»Begegnung« ist das Thema vieler Termine, so auch am 31. März in der Comedia, wo sich Wort und Musik treffen: Katja Ebstein liest aus Esther Vilars »Die Mathematik der Nina Gluckstein« und der Gitarrist Lucian Plessner setzt die Geschichte musikalisch um.

nava.ebrahimi(at)stadtrevue.de

Alle Infos auf www.juedische-kulturtage-rheinland.de