In Schweden wurde Tarik Saleh geboren, er dreht seit einigen Jahren jedoch Filme über Ägypten, die Heimat seiner Eltern, auch wenn diese nicht vor Ort entstehen können. Denn die Filme von Salehs Kairo-Trilogie, deren Abschluss nun »Eagles of the Republic« bildet, zeigen ein Land, das von Korruption und Machtmissbrauch geprägt ist, in dem es kaum möglich ist, sich neutral zu verhalten, so sehr man es auch versucht.
Das muss in »Eagles of the Republic« selbst Ägyptens größter Leinwandstar George Fahmy erfahren, der mit Filmen wie »Der erste Ägypter im All« Kasse gemacht hat. Als koptischer Christ lebt George frei von den islamischen Vorschriften, die die ägyptische Republik prägen: Von seiner Frau lebt er getrennt, er trinkt Alkohol und hat Affären. All das macht ihn dennoch angreifbar, ein Skandal und das Ende der Karriere drohen. Um nicht in Ungnade zu fallen, übernimmt er die Hauptrolle in einem kitschig-patriotischen Film über Präsident Abd al-Fattah as-Sisi, der sich 2013 mit Hilfe des Militärs an die Macht putschte. Während der Dreharbeiten beginnt George eine Affäre mit Donya, der Frau eines Generals, der die Dreharbeiten überwacht. Georges Verbindung zu den Zirkeln der Macht wird immer intensiver und so erfährt er von den »Adlern der Republik«, die nicht dem Präsidenten Treue geschworen haben, sondern der Verfassung.
Schon bei »The Nile Hilton Affäre« und »Die Kairo Verschwörung«, den ersten beiden Teilen der Trilogie, spielte Fares Fares die Hauptrolle, ein libanesisch-schwedischer Schauspieler, der in Deutschland vor allem durch diverse Verfilmungen von Jussi-Adler-Olsen-Krimis fürs Fernsehen bekannt sein dürfte. Dabei ist Fares Fares’ Gesicht eigentlich wie fürs Kino gemacht: durchdringende Augen, markante Gesichtszüge, umgeben von einer gewissen Melancholie, die ihn perfekt für die Rolle einer Marionette macht, die nicht recht weiß, wie ihr geschieht.
Oder ist George Fahmy mehr als nur ein Mitläufer, ist er ein Opportunist, der sich in den Dienst eines autokratischen Regimes stellt und mit seiner Popularität dazu beiträgt, es an der Macht zu halten? Eindeutige Antworten gibt es am Ende dieses intensiven Politthrillers nicht, und gerade das macht die Qualität von Salehs Film aus.
SW/F 2025, R: Tarik Saleh, D: Fares Fares, Zineb Triki, Lyna Khoudri, 129 Min. Start: 21.5.






