Die Stadt als Bühne
Die Stadt ist die Bühne, der Eintritt frei: Sommer Köln garantiert Kulturteilhabe ohne große Barrieren, wenn auf den öffentlichen Plätzen die verschiedensten Sparten bespielt werden.
Der Rudolfplatz oder Mediapark sind geschäftige Knotenpunkte, üblicherweise Orte des schnellen Vorbeihastens, nun verwandeln sie sich in einen Zuschauer*innenraum. So errichtet auf dem Gelände des Mediaparks die französische Performance Gruppe Cie Dyptic Absperrungen und Stahlgerüste. Mithilfe von Tanz und Akrobatik setzen sie sich in ihrem Stück »Mirage« mit globalen Krisen und Flucht auseinander und vermitteln einen Kollektivgedanken innerhalb unterschiedlicher Kulturen und Nationalitäten.
Mit »Dancing in the dark«, ebenfalls im Mediapark, hat sich die Tanzpädagogin Friederike Reif ein inklusives Format ausgedacht, das sich an sehende und nicht sehende Teilnehmer*innen richtet. Mit oder ohne Augenklappen konzentrieren sie sich beim Tanz auf Gehör, Tastsinn, Gleichgewicht, Körpergefühl und: auf ihre*n Partner*in. Denn »Dancing in the dark« ist ausgelegt als Paartanz, der in der Tradition des afroamerikanischen Blues steht.
Nur zwei Haltestellen entfernt auf dem Rudolfplatz präsentiert das Comedia Theater im Rahmen des Kinder- und Familienprogramms eine Inszenierung von Kästners »Emil und die Detektive« und das Casamax Theater mit dem Stück »Kawumm!« die Entstehung einer neuen Welt nach einem Vulkanausbruch aus den Augen einer Schildkröte. Musikalisch sind beim Sommer Köln unter anderem die Künstler*innen Taphani Benkest, Makeda und Milen vertreten.
Als neuartiges Konzept bietet »Kurz und Gut« eine unterhaltsame Verflechtung zweier Genres: Literatur und Film. Eine Kurzgeschichte, gelesen von der Autorin Jennifer Segebrecht geht der Präsentation dreier Kurzfilme voraus, die sich mit den Themen der Geschichte auf die oder andere Weise auseinandersetzen. Wer sich den Literaturteil lieber sparen möchte, findet sein Glück beim »Best of Kurzfilmpreis«, einer Auswahl nominierter und preisgekrönter Einsendungen des renommierten Deutschen Kurzfilmpreises.
In jedem Fall: Der Sommer Köln ist sichtbar und macht Lust, nicht zu hasten, sondern stehen zu bleiben, zu schauen und zu staunen. Zu empfehlen wäre es!