Nachbarschaft schaffen
Am 20. September, einem Samstag, wird sich das Porzer Zentrum bis zum Rhein »in eine autofreie, kreative und nachhaltige Erlebniswelt« verwandeln, so die Ankündigung von Agora Köln. Der »Tag des guten Lebens«, den das Netzwerk seit 2013 in den Veedeln mit den Menschen dort organisiert, kommt nach Porz, ins Zentrum des Stadtbezirks. Einen Tag gut leben in Porz — das ist ja schon mal ein Anfang.
Denn das Zentrum rund um die KVB-Station »Porz Markt« kann gute Ideen und mehr Lebensqualität gebrauchen. Allzu kreativ ist die Stadtplanung bislang nicht zu Werke gegangen, und viele Menschen haben den Eindruck, dass ihre Interessen und Ideen kein Gehör bei Politik und Stadtverwaltung finden. Vor 50 Jahren hat Köln die damalige Stadt Porz eingemeindet — die Begeisterung hält sich in Porz im Jubiläumsjahr in Grenzen. Nach dem Abriss einer Warenhaus-Ruine am Marktplatz ist dieser mit drei Gebäuden zugestellt worden, Klimawandelanpassung spielte dabei keine erkennbare Rolle. Auch die Fußgängerzone lädt kaum zum Aufenthalt ein, und der Fußgängerbrücke zum Rheinufer gönnt die Stadt keine Verbreiterung. Immerhin wird die »Papageien-Siedlung«, ein Hochhaus-Ensemble, das als sozialer Brennpunkt gilt, bald einen neu gestalteten Park bekommen. Doch neue Ideen bräuchte es auch für das Zusammenleben, trotz Jugendzentrum und Stadtbücherei fehlen Treffpunkte zum Austausch.
Der Tag des guten Lebens solle den Nachbarschaftsgedanken stärken, sagt Karima Konradt. Die Sprecherin des Organisationsteams ist zuversichtlich und spricht von der großen Zahl an Initiativen und Vereinen in Porz. Man wolle deren Engagement sichtbar machen. Der Tag des guten Lebens solle dazu dienen, sich kennenzulernen, sich zu vernetzen oder ehrenamtlich zu engagieren. Zwar geht es bei dem Straßenfest immer um Themen wie Nachhaltigkeit, Mobilitätswende und Klimawandel — mit dem Tag des guten Lebens startet zugleich die »Porzer Klimawoche« des örtlichen Klimatreffs. »Aber es können auch Menschen mitmachen, die Kinderschminken anbieten oder einfach ein Picknick auf der Straße veranstalten«, sagt Konradt. »Und uns ist wichtig, dass auch Initiaven, die sich zwar stadtweit engagieren, aber oft vor allem in den Innenstadtbezirken aktiv sind, den Weg nach Porz finden.«
Bleibt zu hoffen, dass für sie die Anreise reibungslos möglich ist. Zwar sind es mit der KVB-Linie 7 vom Neumarkt nur 25 Minuten bis nach Porz, aber bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe konnte man an der Station »Porz-Markt« nicht aussteigen — der Bahnsteig ist Ende Juli abgesackt und wurde gesperrt; eine Ersatzhaltestelle sei in Planung, heißt es.
So, 20.9., 10–16 Uhr, Porz-Zentrum. Weitere Infos und Anmeldung von Aktionen auf tagdesgutenlebens.koeln