»Faith«: Club Guy & Roni auf dem Düsseldorfer Burgplatz, Foto: Andreas Etter

Theater in der Stadt

Rund um den Burgplatz bespielt das ­Düsseldorf Festival Orte mit ­Performance, Tanz und Musik

»Düsseldorf Festival« klingt erstmal reichlich unspezifisch. Das könnte ja alles sein! Zum Glück folgt recht schnell der Zusatz »Das Festival für Performing Arts«. Na, dann wissen wir ja jetzt, woran wir sind. Mit Theater, Tanz, Musik und neuem Zirkus steht das »Düsseldorf Festival« seit über dreißig Jahren für ein diverses Programm mit nationalen und internationalen Größen. Vom 10. bis zum 18. September findet es in der Landeshauptstadt statt.

Extra vom anderen Ende der Welt ist die australische Zirkuskompanie Circa angereist. Anlässlich ihres zwanzigjährigen Bestehens präsentieren sie beim Düsseldorf Festival die neue Kreation »Wolf«. In einer ­krisenzerrütteten Welt appellieren sie mit zeitgenössischem Tanz und Akrobatik an den Zusammenhalt untereinander. Die französisch-kongolesische Band Kolinga steht mit ihrem Mix aus Pop, kongolesischer Rumba, Jazz, Soul, Chanson und HipHop auf der Bühne, ganz entsprechend ihrem Namen, der auf Lingala »verbinden« oder »einkreisen« bedeutet. Schauspieler Matthias Brandt inszeniert gemeinsam mit Jazz-Koryphäe Jens Thomas das Theaterstück »Dämon«. Basierend auf der Novelle »La Horla« von Guy de Maupassants aus der Welt der psychologischen Horrorliteratur behandelt das Stück den mentalen Zusammenbruch eines Mannes, der beginnt, um sich herum Stimmen und ­Geräusche zu hören, die ­niemand sonst wahrzunehmen scheint, und sich nach und nach in die ­Obsession steigert, von ­einem ­Dämon ­besessen zu sein.

In der Sparte Tanz sticht ­besonders Club Guy & Roni mit »Faith« heraus. Club Guy & Roni gehören zu den renommiertesten Tanzkompanien der Niederlande und erarbeiteten mit dem ­marokkanischen Choreografen Khalid Benghrib ein leuchtendes Tanzstück. Es feiert Multinationalität und die Diversität spiri­tueller Einflüsse, gesanglich wird es von der Künstlerin Karima el Fillali untermalt.

Zwar bildet das große weiße Theaterzelt am Burgplatz am Rhein den Dreh- und Angelpunkt des Festivals, es pulsiert aber mit all den kleinen, gestreuten ­Musikinterventionen weitaus mehr in die Stadt hinein und bringt ein Stück Festival auf überraschende Plätze: In die Johannes Kirche, zum Gewerbehof Alte Farbwerke und — in die deutsche Bundesbank. Von daher: ­Ohren auf beim Geld abheben!

Düsseldorf, 10.–28.9., duesseldorf-festival.de