Unusual Symptoms beim Sommerblut 2025; Foto: Jörg Landsberg

Keine harmlose Anfrage

Die AfD-Fraktion hat im Landtag eine Kleine Anfrage ­gestellt: Zur Förderung des Kölner ­Sommerblut Festivals

Schon oft hat die AfD Anfragen und Anträge zur Kulturpolitik ­gestellt — sowohl im Deutschen Bundestag als auch auf Landesebene. Jetzt betrifft es das Sommerblut Kulturfestival in Köln, das seit 2002, also seit fast 25 ­Jahren, mit einem inklusiven ­Programm die Stadt bespielt. ­

Wie hoch sei denn die Förderung der Landesregierung Nordrhein-Westfalen und in welcher Höhe würden andere Sponsor*innen, nach Kenntnis der Landesregierung, das Festival fördern? Das fragte im April 2025 der AfD-Abgeordnete Dr. Hartmut Beucker in einer Kleinen Anfrage. Darin griff er auch drei Veranstaltungen des Programmes heraus, nämlich »un_unterbrochen. Sprechen über rechte Gewalt«, »She doesn’t look her age« im Schwimmbad der Residenz am Dom und »The future is unwritten«, ein Stück, in dem Revolutionär*innen versuchen, Europa vor einer faschistischen Herrschaft zu retten.

Das Sommerblut Kulturfestival hat auf diese Kleine Anfrage mit einer Stellungnahme ­reagiert. Es sei nicht bloß eine harmlose Anfrage, die natürlichen allen Fraktionen im Landtag unbenommen sei, sondern habe eine gewisse Brisanz. So habe ­bereits die 2017 veröffentlichte Analyse der Heinrich-Böll-Stiftung darauf ­hingewiesen, dass die kultur­politischen Absichten der AfD ­darauf abzielten, einer freien Kunst und Kultur keinen Raum zur Entfaltung zu lassen. Man ­bitte daher nachdrücklich darum, derartige Angriffe abzuwehren und in der Förderung der freien Kulturszene standhaft zu bleiben.

Im Gespräch mit der Stadt­revue bekräftigt Rolf Emmerich, Gründer und Festivalleiter von Sommerblut, diese Bitte: »Wehret den Anfängen! Wir kennen diese Anfragen der AfD-Fraktionen ­bereits, doch jetzt ­gehen sie auch in Nordrhein-Westfalen und in Köln los. Wir dürfen diesen ­kulturpolitischen Absichten nicht auf den Leim ­gehen.« Und weiter: »Das kann der ­Anfang ­eines ­Prozesses sein, in dessen Verlauf Förderungen ­komplett gestrichen werden, um die freie Kultur zu beschneiden — und das müssen wir mit allen in einer ­Demokratie zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern.«

Im kommenden Jahr feiert das Sommerblut Festival sein 25. ­Jubiläum, das Thema ist ­»Soli­darität«. Diskreditieren ­lassen will man sich von solchen Anfragen der AfD-Fraktion nicht — sondern: weitermachen und zwar genauso divers, wie es dem ­Sommerblut Festival eigen ist.