Ausgezeichnetes Programm: Joachim Kühn & Dirk Steinkühler mit Wolfram Weimer. © Schauburg

Deutschlands bestes Kino steht in Köln

Preise für Film­kunst­programme unter­stützen ambitionierte Kino­programme

Ende Oktober hat die Kölner Film­palette den Spitzen­preis der Kino­programm­prämie des Beauftragten der Bunde­sregierung für Kultur und Medien (BKM) erhalten. Der mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung gab es für das beste Kino­programm im ganzen Land. Und so ist es nun offiziell: Das beste Kino Deutsch­lands steht in Köln! Eine Woche später haben Joachim Kühn und Dirk Steinkühler, die Betreiber der Filmpalette, bei dem Kino­programm­preis der Film- und Medien­stiftung NRW auf Landes­ebene ebenfalls einen der höchsten Preise für ihr Programm erhalten. Die Förderung geht an Kinos, »die sich in besonderer Weise um ein vielfältiges Programm deutscher und europäischer Filme sowie Kinder- und Jugend­filme verdient gemacht haben«.

Auch alle anderen Kölner Programm­kinos sind in den höchsten und höheren Rängen des NRW-Preises angesiedelt: ­neben der Filmpalette auch Cinenova, Filmhaus, Lichtspiele Kalk, Odeon, Off Broadway, Weisshaus Kino sowie, etwas weiter unten in der Liste der Preis­träger, Metro­polis und Rex am Ring. Seit kurzem ist auch die Trauma­thek mit ihrem liebe­vollen Hinter­haus­kino »Studio Argento« unter den Preis­trägern. Über­raschend waren die dies­jährigen Ergebnisse bei der Preis­verleihung in der Wolken­burg allerdings nicht. Denn die ­Ergebnisse sind seit Jahren stabil. Für Über­raschungen stehen die Preise aller­dings auch gar nicht, sondern für Beständigkeit: Sie fördern den regel­mäßigen Betrieb mit Film­kunst, also Filmen, die nicht unbedingt rentabel sind. Es ist ein kleiner Aus­gleich dafür, dass Film­kunst-Kinos nicht gleich­wertig neben Schauspiel, Philharmonie und Museum als Häuser für Kunst gefördert werden, weil sie zuerst als wirtschaftliche Betriebe gelten.

Das mag für Multi­plexe stimmen, Arthaus-­Kinos agieren hingegen eher wie die ­geförderten Kultur­stätten der ­sogenannten Hochkultur. Die ­Unter­stützung — die Filmstiftung schüttet jährlich eine Million Euro für diesen Zweck aus — ermöglicht den Kinobetreiber:innen, auch mal einen Film, der ­interessant, wichtig, gut oder all das zugleich ist, ins Programm zu nehmen, obwohl er nicht unbedingt hohe Publikums­zahlen ­erzeilt — aber aus kulturellen Gründen gezeigt werden sollte. Oder aus sozialen und politischen. Nicht umsonst gilt das Kino weit mehr als die hochkulturellen Institutionen als niedrig­schwelliger, Demokratie stiftender Ort des gemein­schaft­lichen Kulturerlebens quer durch alle Gesell­schafts­schichten.