Mehr Licht!
Dass in Köln ein Bauvorhaben vor dem angekündigten Termin abgeschlossen wird — das ist unglaublich. Im Porzer Zentrum ist es passiert! Zwischen »City Center« und Bergerstraße verläuft nun entlang der KVB-Trasse der neue Glashüttenpark; benannt nach der Straße, die durch die dortige Hochhaussiedlung führt. Anfang der 70er Jahre wurde sie erbaut, seit den 80er Jahren gilt die Siedlung, die jeder hier Papageiensiedlung nennt, als sozialer Brennpunkt.
Das Gebiet, auf dem nun der Park angelegt ist, galt bei vielen Porzern als Angstraum: ungestaltet, unübersichtlich, kaum beleuchtet und abends auch Treffpunkt für oft nicht sonderlich gut gelaunte Menschen.
Nun ist auf 16.000 Quadratmetern, einer Fläche von mehr als zwei Fußballfeldern, ein »moderner öffentlicher Erholungs- und Grünraum« entstanden. Ein begrünter Hügel, aus Bauschutt bei Errichtung der Hochhaussiedlung angelegt, wurde abgetragen, die Fläche des notdürftig asphaltierten Parkplatzes ist entsiegelt.
War anfangs noch davon die Rede, dass hier Jung und Alt zusammenkommen würden, macht der Park nun eher den Eindruck eines großen, abwechslungsreichen Spielplatzes. Die Nachfrage ist ja auch vorhanden. Es gibt einen Bolzplatz, ein Basketballfeld oder auch den »Pumptrack« für Mountainbikes und Skateboards, dazu viele Sportgeräte, auch für Menschen mit Einschränkung.
An einem späten Freitagnachmittag Anfang November ist hier jede Menge los. »Der Park ist ein Fortschritt für Porz«, sagt eine Besucherin. »Hier ist für jüngere und ältere Kinder was dabei. Aber es gibt noch jede Menge hier zu tun.« Nicht nur weil einige Spielgeräte noch oder schon wieder eingezäunt sind. So sind die ebenerdigen Trampolins abgesperrt. »Da läuft nach Regen das Wasser nicht ab, als die Kinder dort gehüpft haben, waren sie klatschnass«, erklärt jemand ungefragt und schüttelt demonstrativ den Kopf. Ein paar Kinder haben es trotzdem durch die Absperrung geschafft und hüpfen vergnügt. »Ich bin jetzt im Gefängnis!«, ruft eines. »Besser nicht«, murmelt jemand, vermutlich der Vater.
Fragt man ein Gruppe von Erwachsenen, wie ihnen das alles hier gefällt, plaudern sie sofort drauflos. »Hier ist abends kaum Licht! Guck mal: Eine einzige Laterne hier auf diesem Weg!«, sagt ein Bewohner, der seit 1975 in der Siedlung lebt. »Und da hinten fahren die Kinder im Dunkeln.« Die Jugendlichen auf dem Pumptrack scheinen das aber toll zu finden, urteilt man nach dem freudigen Geschrei. Tatsächlich ist nach Einbruch der Dämmerung der hellste Punkt hier die Ersatzhaltestelle der Linie 7, die auf Höhe des Parks eingerichtet wurde, weil die Station »Porz Markt« gesperrt ist; bereits im August waren die Bahnsteige abgesackt, die Gründe sind bis heute nicht ermittelt.
»Und dann die Hunde! Früher, als hier noch der Hügel war, sind die Besitzer immer dorthin — jetzt halt auf den Spielplatz«, sagt ein jüngerer Mann, ebenfalls aus der Siedlung. »Und jetzt guck mal! Da hinten, die Frau mit ihrem Hund. Der kackt doch da gleich wieder hin! Auch der Sandkasten war schon voll Hundescheiße.«
Für die menschlichen Parkbesucher gibt es eine topmoderne Toilettenanlage, die sich im Vorfeld vor allem ältere Menschen gewünscht hatten. »Die Toilette ist total wichtig«, meint eine Frau mit Hund und Kinderwagen. »Aber hier sind zu wenige Mülleimer, wer plant so was?« Tatsächlich sind alle überfüllt.
Immerhin gebe es hier bislang keinen Vandalismus. Die Jugendlichen seien ja froh, dass es all das jetzt gebe — und alles früher fertig als geplant. Das wundert hier jeden. Ursprünglich war angekündigt, dass die Anlage erst im Frühjahr fertiggestellt würde. Nun ist es schneller gegangen. Bloß ist es anscheinend nötig, noch das eine oder andere zu verbessern. »Aber an wen soll man sich da wenden?«, fragt der Mann, der schon seit 1975 hier wohnt.