WEEK-END Fest

Das Line-up der 6. Ausgabe des WEEK-END Fest liest sich wie das Mixtape deiner großen, weltgewandten Schwester, die du nie kennengelernt hast. Fantastisches, längst verloren Geglaubtes trifft auf Nie-Gehörtes trifft auf deine Lieblingsband von morgen.

 

Slapp Happy, dieses so unwahrscheinliche Projekt von Dagmar Krause, Anthony Moore und Peter Blegvad, die vor vierzig Jahren mit Faust und Henry Cow den Naiv-Rock erfanden, spielt nach über 15 Jahren wieder eine Show. Die Riot-Grrrl-Ikone Kathleen Hanna (Bikini Kill, Le Tigre) kämpfte in den letzten Jahren mit einer Borreliose-Erkrankung und kommt nun zurück mit The Julie Ruin, allein das ist ein Grund zum Feiern. Ex­­trem gut feiern kann man auch mit Baba Zula. Das Kollektiv um den charismatischen Saz-Spieler Murat Ertel gehört zur Gezi-Bewegung und verbindet Tradition und Avantgarde, Folklore und Dub, Psyche­delic und Agitation. Les Filles de ­Illighadad reihen sich in die tollen Tuareg-Rock-Entdeckungen des Sahelsounds-Labels, die beiden Frauen spielen hypnotisch-erhabenen Niger-Blues. Die Band Surface To Air Missive aus Tallahassee spielt Neo-Baroque-Southern-Rock-Pop mit den Mitteln des 21. Jahrhunderts, am Wegesrand grüßen Of Montreal und Mac DeMarco. Lawrence »Lawrence« Hayward ist einer der großen idiosynkratischen Sänger und Exzentriker des britischen Indie-Pops. Vielleicht der Höhepunkt: Kurt Wagner, der sardonische Held des Country-Soul im Indierock-Universum präsentiert sein hierzulande noch unbekanntes, erstaunlich elektronisches Projekt »Flotus Movements« – und führt es ausschließlich mit Kölner Musikern auf.

 

Eine Konstante des Hamburg-Pops sind Die Zimmermänner. Während die meisten Bands ihrer Generation das Zeitliche gesegnet haben, schaffen es Timo Blunck und Detlef Diedrichsen irgendwie, die Füße trocken zu halten. Seit 1979 spielen sie »spannungsarme Musik, von Leuten, denen es offensichtlich zu gut geht« (Kid P. in Sounds, 1982). Zum neuen Album von Dean Blunt aka Babyfather schreibt Olaf Karnik, dass »seit dem ›Commercial Album‹ der Residents (...) niemand mehr so verschwenderisch mit tollen Ideen und geilen Entwürfen umgegangen« ist. Dem ist wenig zuzufügen. Uffz. Vielleicht noch ein Dankeschön an Theresa Nink, Jan Lankisch und Joerg Waschat, den Schwestern, die dieses Festival zum 6. Mal stattfinden lassen!

 

Fr 25.11. (Kölnischer Kunstverein

& Filmclub 813)

Sa 26.11. (Stadthalle Mülheim)

So 27.11. (Kunstverein/Filmclub)

Detailliertes Programm unter

weekendfest.de