Foto: Frank Domahs

Rocios

50677 Köln, Südstadt

Elsassstr. 30

T: 168 266 25

www.rocios.de, Ö: 19-23

Freigelegtes Mauerwerk, hohe Decke, offene Küche – das ergibt eine zeitgemäße Anmutung für Großstadt-Gastronomie. Und die spanische Karte, überwiegend Fisch und Meerestiere, macht Appetit. Dazu gibt es viele offene Weine aus Spanien und Frankreich. Flaschen bekommt man schon für 14 Euro, glasweise ist vieles um 5 14 Euro/0,2l zu haben. Besser aber ist das frische Kölsch (1,40 14 Euro), denn unsere fünf Stichproben lieferten zuviel Simples (2009er Verdejo) oder Vordergründiges (zwei weiße Côtes-du-Rhône-Weine, ein Rosé).

Dass es zu Wartezeiten kommt, auch zu beträchtlichen, wäre nicht schlimm, würde man zuvor darauf hingewiesen. So aber sitzt man ratlos anderthalb Stunden vor Oliven und vier getoasteten katalanischem Weißbrotscheiben. Dann kommen endlich Vorspeisen (meist bloß 5 14 Euro), etwa geschichteter Thunfisch-Kartoffelsalat auf Partybüfett-Niveau, aber auch gekonnt gegrillter ganzen Kalmar oder fünf in der Schale servierte Muscheln mit einem herzhaften Kräutermix. Keine Empfehlung sind hingegen die kleinen frittierten Pescaditos, die pappig schmeckten.

Akkurat gegart sind als Hauptgang (um 16 €) die ganzen Fische vom Grill, z.B. Goldbrasse oder Wolfsbarsch, doch werden sie mit schnöden Backkartöffelchen serviert. Sehr enttäuschend ist der katalanische Fischeintopf: drei große Stücke Fisch (zweimal Lachs) in einem nahezu geschmacksneutralen Sud. Diese Neueröffnung mag zwar Potenzial besitzen, und das Interesse in der Südstadt ist groß. Doch die Organisation der Küche und die Ansprache der Gäste sollten deutlich verbessert werden.