Oyster
Alter Name, neuer Spaß! Pierre Villechanoux und Koch Jörg Bernshausen haben den Laden nach der Übernahme in Schwung gebracht. In der Küche wird präzise gebrutzelt und die Weinauswahl ist klug, teils originell. Die simple Ausstattung (Papierservietten, keine Tischdecken) wirkt angenehm leger, ist aber in dieser Preisklasse unüblich.
Es gibt vor allem Fisch und Meerestiere. Dazu gehört ein gutes Angebot an Austern (um 20 Euro/halbes Dutzend) und Schnecken (um 9 Euro). Alles wird appetitlich serviert und ist enorm frisch. Die Fischsuppe samt Aioli und Croutons (13,50 Euro) wird mit prächtiger Einlage serviert (Jakobsmuschel, mehrere Fischsorten). Auch der Spieß mit zwei Gambas und Jakobsmuschel ist prima, der Linsensalat dazu hat Biss und einen Hauch von Zimt.
Hauptgerichte mit Fisch liegen bei 24 Euro. Die hocharomatische Sardine liegt mit einer Rotbarbe auf einem einfachen Salätchen mit Kräutern und Algen.
Der Eismeer-Saibling ist auch nahezu perfekt, der Feigensenf unter der Haut wirkt aber fast plump süß. Leider gibt es zum Fisch identische Saucen und langweiligen gekräuterten Wildreis.
In Wein-Fragen berät Villechanoux kenntnisreich. Ein einfacher, guter Picpoul passt zu den Austern, Pinot blanc aus dem Elsass oder hervorragender Weißburgunder Kabinett zum Rest. Dafür zahlt man bis zu 9 Euro für das knapp bis zum Eichstrich eingeschenkte 0,2l-Glas.