Goldbaron
Mit Stimmungshöllen ist dieser Teil der Altstadt gesegnet. Kaum ein Laden, aus dem einem nicht leidlich erträgliche Schlager- oder Karnevalsmusik (ganzjährig) entgegenschallt. Aber derartiges Amüsement auf vier Etagen, wie der Türsteher linkisch verkündet, findet man dann doch bloß hier. Der neue Club wartet seit Dezember damit auf. Hinter der schweren Eingangstür zeigt sich ein skurriler Mix aus schick und billig (immerhin kein Gold) – mit Lacktuch beklebte Tische, eine mit Neonlicht beleuchtete Bar, unangemessen ekstatischer House aus dem PC und ein riesiger Flatscreen beherrschen die untere Etage. Und bis in die vierte schaffen es ja auch (vor allem mit steigendem Alkoholkonsum) nur die wenigsten. Dort droben sieht es nüchterner aus. Aufgespannte Fangnetze sollen entweder »Pirates of the Carribean«-Flair verbreiten oder verhindern, dass man aufgrund etwaiger Gleichgewichtsstörungen in die Tiefe fällt.
Das Getränkeprogramm ist überschaubar: konventionelle Longdrinks, als Cocktail des Abends ein Tequila Sunrise (5,50?Euro) – da ist demnächst hoffentlich mehr drin. Aber der Service ist zuvorkommend, bringt später am Abend neben Kölsch (1,80?Euro) auch Erdnussschälchen und weiß noch, auf welcher Etage man eine Stunde zuvor seinen Cocktail hat stehen lassen. So ein Gedächtnis ist im Barbetrieb ja durchaus von Belang, insbesondere zu Karneval, wo einem schon mal die ein oder andere Bekanntschaft auf einer der Etagen verloren gehen kann.