Foto: Manfred Wegener

Odessa

50678 Köln, Südstadt, Im Ferkulum 32

T: 69 34 09 02

Ö: 18-24, R: Montag

Seit fünf Jahren lebt Jurij ­Krapivnij in Köln, nun hat der Ukrainer im ehemaligen Fips ein Restaurant eröffnet. Mit viel Gold und warmen Brauntönen an den Wänden, verschnörkelten Stühlen und Kristalllüstern erinnert das funkelnde Innere an jene Zeit des Russischen Reichs, als Zaren das Sagen hatten und die Ukraine noch ein Teil davon war.

Letzteres zeigt sich auch auf der Karte, russische und ukrainische Traditionsgerichte (Soljanka, Blinis, Beef Stroganoff) kumulieren da zu einer munteren Mischung, die auch etwas Mut fordert. Prima also, dass bei den Vorspeisen gleich ein doppelter Wodka dabei ist.
Der Inhaber leistet gern Entscheidungshilfe, das unspektakuläre brotzeitähnliche Morjak (10,50 Euro) mit Lachskaviar, Ei, Shrimps, Hering und Schwarzbrot er­scheint auf seine Empfehlung hin in dem nostalgischen Essenslift und reicht locker für zwei. Magen und Seele wärmt man am gut abgeschmeckten Borschtsch (4,50 Euro), dem traditionellen Eintopf mit Rindfleisch, viel Kohl und Roter Bete, passend dazu ein Baltika (3 Euro/0,5l).

Schwieriger wird es bei den üppigen Hauptgerichten, allesamt sehr fleischlastig. Kartoffelstroh entpuppt sich als fettige dünne Pommes, Hähnchenrollen nach Kiewer Art (12,50 Euro) sind vor allem sehr knusprig und wenig gewürzt – da hilft auch das schmandähnliche Smetana nicht. Darauf noch einen Nemiroff (große Auswahl ab 1,80 Euro)! Der verklärt dann auch den Blick auf den riesigen Flatscreen über der Theke mit fragwürdigen Clips der ukrainischen Musik­industrie.