Arty Farty Gallery
Vor dem StadtRevue-Verlagshaus führen einige Stufen hinab in ein neues Zentrum aktueller Ausgehkultur. Wochentags wird in der angegliederten Galerie nach wie vor bis 19 Uhr ausgestellt: Graffiti, Installationen, Malerei, stets der Popkultur zugeneigt, nicht dem klassischen Kunstbetrieb. Seit Mitte Januar aber werden die Räume im Keller zwei Stunden nach Betriebsschluss wieder aufgesperrt – für den Barbetrieb!
Eine sinnige Entscheidung, die sich bald auszahlen dürfte. Die ersten regelmäßigen Termine, etwa die Release-Partys der Intro, waren gut besucht und lassen für die Zukunft hoffen. Bislang hier anzutreffen: ein popkulturell beschlagenes Publikum aus Studierenden, aufgeschlossenen Ringe-Besuchern, passionierten Ausgehern jenseits der 30. Quasi die Schnittmenge aus Six Pack und King Georg. Man drängt sich auf die Hocker an der langen Theke, die Belegschaft dahinter – allesamt bekannt aus den Untiefen des Nachtlebens – sorgt für freundlichen, zügigen Service (Kölsch, Pils).
Musikalisch wird man unauffällig, aber professionell mit House, Disco, Soul und gerade getakteter Elektronik abgefüllt. Marcus Worgull vom benachbarten Groove-Attack-Plattenladen stand bereits an den Turntables, ebenso das Team Rhythmus oder Defcon. In der Nische urbaner Kellerbars also ein hochwillkommener Neuling. Und durch die Nähe zum Brüsseler Platz kann Betreiber Coskun Gueven vielleicht sogar zur Deeskalation in der Nachbarschaft beitragen, wenn die Leute zukünftig lieber entspannt in Ausstellungen herumstehen, statt gekrümmt auf Blumenkübeln am Brüsseler Platz zu kauern.