Luis Dias

50996 Köln, Rodenkirchen, Uferstr. 16, ??348?06?55, Ö: 17.30-23, So ab 12, R: Mo, www.luisdias-dasrestaurant.de

Kaum hatte der sympathische Portugiese Dias sein erstes Restaurant eröffnet, wurden die mediterran-weiß und luftig gestalteten Räume mit Rheinblick schon wieder komplett umgestaltet. Der neue Inhaber Markus Wirth hat es krachen lassen: Diverse Nobelmarken standen mit Logo und Accessoires zur Seite. Jetzt sieht es hier aus wie im feuchten Traum eines britischen Popsternchens: dunkler Teppich, edle Möbel, Leuchter, voluminöse Vasen mit dicken Büscheln Rosen. Der vielköpfige (und teils überraschend desinformierte) Service trägt den ganzen Abend über weiße Handschuhe und hat die Initialen des Küchenchefs am Revers eingestickt.



Die Karte listet lauter Luxus: Steinbutt, Kaviar, Hummer, Chateaubriand; die Preise sind hoch. Dass Luis Dias als begnadeter Koch gilt, merkt man noch beim fulminanten Rindertatar (22?€) mit Pumpkin-Crème-Brûlée und dichtem Süppchen auf Grundlage eines deftigen Schweizer Käses, jeweils im Extratässchen serviert. Auch Zweierlei von der Jakobsmuschel (Nüsschen, Tatar) ist ein prima Einstieg.



Das war es dann aber auch mit Höchstleistungen: Die Ravioli mit Trüffeln (19?€) schmecken fast nur nach Trüffelöl, dabei war Pasta einst eine Paradedisziplin von Dias. Das Stück vom Saint Pierre auf dicken Bohnen hat zu viel Zeit auf dem Grill verbracht, Zweierlei vom Kalb (Bäckchen, Rücken 36?€) mit Quitten ist solides Handwerk. Auch träumen wir nur bedingt von Inanspruchnahme des Bentley-Shuttleservice (nur in Kombination mit dem großen Menü, 160?€), wünschen der Weinkarte etwas mehr Inspiration (einige bezahlbare deutsche Rieslinge, französische rote Prestigegewächse) und hoffen, dass uns das Glas Champagner aufs Haus zum Abschluss erhalten bleibt. Das ist nämlich eine ausnehmend gute Idee.