Out of Bergheim

Das Come-Together-Projekt gastiert im kommenden Halbjahr

in Köln, Düsseldorf und Rio de Janeiro

Georg Barringhaus hat Politologie studiert. Jetzt macht er in Kunst. Er ist einer der Organisatoren des Come Together-Projekts, eine Veranstaltungsreihe , die zwischen Pop, Streetart und klassischer Kunst changiert. »Wir wollen intervenieren«, sagt Barringhaus, und zwar »im urbanen Raum«.

 

Den findet man prinzipiell überall, wo sich ein paar Straßen, Häuser und Menschen zu einer Stadt zusammengetan haben — sogar in Bergheim. Dort nahm das Festival 2004 als Idee von Schulfreunden seinen Anfang. In Bergheim wurde es den Begründern allerdings schnell zu eng. Seit 2007 zünden sie ihr Festival-Feuerwerk von Köln aus.

 

Das Come-Together-Projekt expandiert

 

Auch das ist streng genommen nicht mehr korrekt — schon jetzt reichen die Festivalgrenzen weit über die der Stadt hinaus. Einen Schwerpunkt 2012 setzt die intensive Kooperation mit Künstlern und Aktivisten aus Brasilien, insbesondere aus Rio de Janeiro. Internet-Livestreams sollen beide Städte zusammenrücken lassen, wenn gleichzeitig auf beiden Seiten des großen Teichs Kunstevents starten.

 

Aber nicht nur die Grenzen haben sich im Laufe der Jahre verschoben, auch die Gruppe der Macher ist größer geworden, ebenso die Verbundenheit der Beteiligten. »Wenn man zusammenarbeitet und das funktioniert, dann ist man irgendwann auch befreundet«, sagt Hermes Villena, selbst Fotokünstler und demnächst Student an der Kunsthochschule für Medien.

 

Georg Barringhaus spricht von einem »Nukleus« von gegenwärtig 16 Leuten — darunter bildende Künstler, Musiker und Schriftsteller —, die nun, über das Come Together-Festival hinaus, offiziell als Kollektiv firmieren; sogar ein Verein wurde dafür gegründet. Und der gleicht einem Ideenpool: »Wir fragen uns immer wieder, was gibt unser Netzwerk her?«, sagt Hermes. So kam es beispielsweise auch zum Brückenschlag nach Brasilien — Hermes selbst und ein weiteres Mitglied des Kollektivs haben entsprechende Wurzeln.

 

Mehr als nur ein Festival

 

Auf ein Festival wollen sie sich schon lange nicht mehr reduzieren lassen, »Projekt« nennen sie jetzt das, was Köln ab Juni ein halbes Jahr in Atem halten soll: Es gibt unter anderem Filmreihen (»Montagskino« in Zusammenarbeit mit der Traumathek und Rapid Eye Movies), Experimente an Fassaden in Köln und Düsseldorf (»The Wall», gemeinsam mit der Arty Farty Gallery), einen Skate Jam, eine Block Party am Rathenauplatz sowie Projektwochen mit Kinderkünstlern in der Glashütte Porz (im Rahmen der CAT art & residence) und mit großen Künstlern aus Rio (»Schnittpunkt Saudade« zur plan12).

 

»Es passiert immer was — auch Dinge, die wir nicht geplant haben«, sagt Barringhaus. Der städtische Raum liegt dabei nicht zwangsläufig vor der Tür: Gesprächsrunden und Installationen in Privatwohnungen — warum nicht? Das Come Together-Vereinsheim befindet sich schließlich auch mitten in Barringhaus’ Wohngemeinschaft.