Statement von Ralf Heinen, jugend- und schulpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Rat der Stadt
Wie sind Sie mit der derzeitigen Situation des Kita-Ausbaus, der Ganztagsbetreuung an den Schulen sowie den inklusiven Angeboten der Kitas und Schulen in Köln zufrieden?
Wir sind zufrieden, weil der Rechtsanspruch erfüllt wird. Derzeit sind knapp 12.000 Plätze für die Unterdreijährigen vorhanden, davon 8.500 in Kindertageseinrichtungen. Die U3-Betreuungsquote in Köln beträgt damit 41 %, in NRW ein Spitzenplatz. Zum Vergleich: 2007 gab es nur 2.400 Plätze für Unterdreijährige.
Wir sind unzufrieden, weil die Bedarfe in den Großstädten vielfach höher sind. Unser Ziel ist im nächsten Schritt eine Betreuungsquote von mehr 50% in 2016/2017.
Welche Versorgungsquoten streben Sie bei der U3/Ü3-Kitabetreuung sowie bei der Ganztagsbetreuung an Schulen an? Welche Ziele streben Sie darüber hinaus in diesem Bereich an?
Für die Kitas ist der weitere Ausbau weit über 50 % unerlässlich.
Auch die Angebote des Offenen Ganztags werden wachsen. Derzeit gibt es 24.000 Plätze an insgesamt 157 Grundschulen. Das entspricht einer Versorgungsquote von ca. 70%.
Für das kommende Schuljahr 2014/2015 werden wir das Angebot um mindestens weitere 1.500 Plätze aufstocken. Damit liegt die Versorgung dann bei 72%. Unser Ziel ist eine Versorgung von annähernd 100 %, um allen Kindern die Möglichkeit des Ganztagsunterrichts an Grundschulen zu offerieren.
Auch den Ganztag an weiterführenden Schulen wollen wir ausbauen. Derzeit liegt die Quote in den Eingangsklassen der Sekundarstufe I bei 63%. Die Anzahl der gebundenen Ganztagsschulen hat sich im Zeitraum von 2007 bis 2013 mehr als verdoppelt.
Was muss sich ändern, damit diese Ziele erreicht werden?
Die Zahl der Betriebskitas und der Kindergärten, die von Elterninitiativen betrieben werden, steigt in großer Zahl. Diese wichtige Unterstützung, um steigende Nachfrage zu befriedigen, werden wir weiter fördern! Köln hat zudem aufgrund seiner guten Aufstellung hier keinen Personalmangel.
Die Unternehmen entwickeln zunehmend ein Bewusstsein dafür, dass ein garantierter Platz in einer betriebsnahen Kita nicht nur dazu beiträgt, gute Mitarbeiter zu gewinnen, sondern auch die Zufriedenheit und Bindung junger Eltern ans Unternehmen erhöhen kann. (pos. Beispiele: RheinEnergie, Steb, REWE, Ford, Uniklinik, Fa. Stroer)
Welche Position nehmen Sie zum Inklusionsplan für die Kölner Schulen ein? Welche Forderungen stellt die Kölner SPD für die Inklusion an Schulen?
Im Schuljahr 2013/2014 sind 95 allgemeine Schulen (43 Grund- und 51 Schulen der Sekundarstufe I) „auf dem Weg zur Inklusion“. Die Zahl der Schülerinnen und Schülern, die am Gemeinsamen Lernen teilnehmen, stieg von 1.600 in 2012 auf 2.100 in 2013. Die Inklusionsquote stieg von 26% in 2012 auf 30% in 2013.
Auf Initiative der SPD entstand bereits 2010 ein „Kölner Inklusionsplan“, der ein mit dem Land abgestimmtes Vorgehen zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen fordert.
Wir unterstützen die Gründung einer „Inklusiven Universitätsschule Köln – Eine Schule für alle!“ (1-13 Klasse) auf dem ehemaligen Heliosgelände in Ehrenfeld. Sie berücksichtigt besonders die Unterschiede und verschiedenartigen Ressourcen der Schülerinnen und Schüler in einer leistungsheterogenen und inklusiven Lernumgebung.
Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in diesen Bereichen?
Die großen Herausforderungen liegen im Bereich der Kindertagesstätten und im Ausbau des offenen wie auch des gebundenen Ganztags. Zum zwingenden Ausbau der Kapazitäten sind noch große Investitionen in Gebäude und Personal notwendig.
Auch Inklusion ist nicht durch das „Umlegen eines Schalters“ sofort möglich. In diesem Prozess, der sich noch über viele Jahre erstrecken wird, ist es notwendig alle auf diesem Weg hin mitzunehmen. Das gilt in besonderer Weise auch für die Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen.