Statement von Sylvia Laufenberg, jugend- und integrationspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion im Rat der Stadt
Wie sind Sie mit der derzeitigen Situation des Kita-Ausbaus, der Ganztagsbetreuung an den Schulen sowie den inklusiven Angeboten der Kitas und Schulen in Köln zufrieden?
Der Ausbau der Kindertagesstätten und die Ausweitung der Kindertagespflege sind in den letzten Jahren von der Stadt Köln im Gegensatz zu anderen Kommunen in NRW gut voran gegangen. Als wachsende Stadt müssen allerdings in den kommenden Jahren weitere Plätze konsequent geschaffen werden. Für die FDP gilt es dabei insbesondere Investoren mit kreativen Konzepten wie z.B. „Kita auf dem Dach“ (benötigte Spielflächen werden auf dem Dach installiert) zu unterstützen und Verwaltungsverfahren zu beschleunigen. Weiterhin sind in den städtischen Gesellschaften Betriebskitas einzurichten sowie gezielte Gespräche mit IHK und Handwerkskammer zu führen, um für Betriebskitas zu werben.
Köln braucht eine verlässliche Ganztagsbetreuung, damit Familie und Beruf vereinbar sind. Die Ganztagsbetreuung, insbesondere in der Grundschule muss schnellsten ausgebaut werden. In Köln fehlt es sehr vielen Eltern nach der Kita an einer Ganztagsbetreuung. Dabei setzen die Liberalen auf eine flexiblere Handhabung der Teilnahmezeiten und den pädagogischen und organisatorischen Anforderungen in der OGS. Eltern brauchen mehr Flexibilität. Schulen, Schulträger und Träger benötigen Planungssicherheit durch präzise dargelegte Gestaltungsmöglichkeiten eines flexibilisierten OGS-Angebots. Auch die Situation an den weiterführenden Schulen, insbesondere an den Gymnasien muss verbessert werden. Die FDP fordert daher, Schulen sollte zukünftig die Möglichkeit eröffnet werden, sowohl Ganz- als auch Halbtagsangebote vorzuhalten. So kann eine vierzügige Schule beispielsweise zwei Züge im Ganztag und zwei Züge im Halbtag anbieten. Ziel der FDP-Initiative sind zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten für Schulen und Schulträger.
Welche Versorgungsquoten streben Sie bei der U3/Ü3-Kitabetreuung sowie bei der Ganztagsbetreuung an Schulen an? Welche Ziele streben Sie darüber hinaus in diesem Bereich an?
Im U3/Ü3 muss mittelfristig eine Versorgungsquote von 70-80 % erzielt werden. Als realistisch erreichbar sieht die FDP im Grundschulbereich eine Quote von 80 % an.
Die FDP fordert eine 24 Stunden-Kita in Köln, um Eltern oder Alleinerziehenden, die in den Abend- oder Nachtstunden arbeiten, ein besseres und vor allem ein flexibleres Angebot machen zu können. Zudem müssen insgesamt flexiblere und verlängerte Öffnungszeiten in Kitas zur Selbstverständlichkeit werden. Darüber hinaus setzen die Liberalen auf mehrsprachige Kindertagesstätten. Dabei gilt es die gesamte Sprachvielfalt von Englisch, über Türkisch, Russisch bis hin zu Chinesisch auf Bedarf und Wunsch der Eltern abzubilden.
Was muss sich ändern, damit diese Ziele erreicht werden?
Köln muss offen für kreative Ideen von Elterninitiativen, Unternehmen und privaten Investoren sein. Unsere Angebote müssen flexibler werden, um den Bedürfnissen der Eltern und Schülern gerecht zu werden (siehe oben).
Welche Position nehmen Sie zum Inklusionsplan für die Kölner Schulen ein? Welche Forderungen stellt die Kölner FDP für die Inklusion an Schulen?
Die FDP ist der Überzeugung, dass Inklusion als Sparmodell nicht funktionieren kann. Darunter leiden zuallererst die betroffenen Kinder. Ohne umfassende qualitative Vorgaben für Lerngruppen, Sachmittelausstattung oder umfangreiche Unterstützung der Lehrerinnen und Lehrer durch multiprofessionelles Personal, ohne Finanzierung vom Land, wird die Inklusion scheitern. Zudem werden auf Köln hohe Folgekosten für die räumliche und sächliche Ausstattung zu kommen, die die Kommune nicht alleine tragen kann.
Wo sehen Sie die größten Herausforderungen in diesen Bereichen?
Durch nur noch wenig vorhandene Fläche zum Bau von Kindertageseinrichtungen gilt es mutig neue Konzepte zu entwickeln, die in bestehenden Gebäuden integriert werden können.
Durch die fehlende Finanzierung für die Inklusion wird es die größte Herausforderung sein, Qualität zu bieten und den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen mit sonderpädagogischem Bedarf gerecht zu werden. Solange keine adäquate Ausstattung in der Regelschule vorhanden ist, brauchen wir die Förderschulen. Außerdem ist die FDP davon überzeugt, dass auch darüber hinaus Förderschulen für einige Kinder mit Handicaps gebraucht und auch von den Eltern gewünscht werden.