Statement von Gisela Stahlhofen, Fraktionssprecherin der Partei DIE LINKE im Rat der Stadt
Kitas?
DIE LINKE sieht weiterhin einen großen Bedarf an neu zu schaffenden U3-Plätzen in Köln. Diese sollen vorrangig in öffentlichen und gemeinnützigen Kitas neu entstehen. Dabei sollen die Gruppen überschaubar bleiben und die Höchstzahl an Kindern nicht ausgereizt werden.
In teuren Innenstadtlagen gibt es im Moment einen großen unbefriedigten Bedarf. DIE LINKE unterstützt stadtentwicklungspolitische Instrumente, die die Ansiedlung von Kitas dort erleichtern werden.
Kitas in sozial benachteiligten Stadtteilen wollen wir besonders stärken. Um eine ausgewogene soziale und interkulturelle Mischung in den Kitas zu erreichen, wollen wir mehr zentrale Steuerungsmöglichkeiten der Stadt bei der Belegung. Abschaffung der Elternbeiträge und ein hochwertiges, kostenloses Mittagessen sind LINKE Forderungen, die sich durch eine stärkere Beteiligung des Bundes und der Länder umsetzen ließen.
Ganztagsschule?
DIE LINKE hält gebundene Ganztagsschulen für die beste Möglichkeit, Kinder individuell zu fördern. Leider sind in Köln alle Grundschulen offen, d.h. nach dem Unterrichtsteil am Vormittag findet am Nachmittag ein unverbundenes Betreuungsangebot statt. Hier muss die Kommune Druck auf das Land ausüben, das allein die offene Ganztagsgrundschule in eine gebundene umwandeln kann.
Im Moment gibt es in der Offenen Ganztagsgrundschule nur Teilzeitstellen für Erzieherinnen. Weil man davon nicht leben kann, sind die Fluktuation und der Einsatz von weniger oder nicht ausgebildeten Kräften hoch. Darunter leidet die pädagogische Qualität. Aber auch die strikte Trennung von Schule am Vormittag und Hausaufgaben und Spiel am Nachmittag ist kein zeitgemäßes pädagogisches Konzept.
DIE LINKE hat sich stets gegen die Kürzung des städtischen Zuschusses ausgesprochen und in ihren alternativen Haushaltsentwürfen 2010/11 und 2013/14 Gegenfinanzierungen aufgezeigt.
Inklusion?
Für DIE LINKE ist „Eine Schule für Alle“ das Schulsystem der Zukunft. Inklusion ist ein richtiger Schritt in diese Richtung. Inklusion funktioniert nur, wenn alle mitmachen. Die Stadt muss deshalb von allen Schulen offensiv fordern, sich der Inklusion zu öffnen. Die Schulen, die Inklusion betreiben, müssen schneller saniert bzw. umgebaut werden.
Das Land weigert sich im Moment, die Kosten der Inklusion zu tragen, etwa über eine bessere Ausstattung der Schulen mit Sonderpädagogen oder Schulsozialarbeitern. Falls es bis Ende Januar keine Einigung über einen Kostenausgleich gibt, sollte die Stadt gegen das Land klagen.
„Eine Schule für Alle“ meint aber auch, Seiteneinsteigerklassen einzurichten, in denen Flüchtlingskinder oder Kinder von rumänischen und bulgarischen Wanderarbeitern intensiv Deutsch lernen bis sie den Regelunterricht an dieser Schule besuchen können. Auch hier darf sich keine Schule zurückziehen, wenn in ihrem Wohngebiet Bedarf entsteht. DIE LINKE hat im letzten Jahr einen Antrag gestellt, die vorhandenen Fördermöglichkeiten für Weiterbildung der Integrationslehrer auszuschöpfen.