Foto: Manfred Wegener

Aufwertung in Zeitlupe

Die Sanierung der Bahnbögen in Ehrenfeld beginnt nun endlich. Doch die angekündigte Flaniermeile ist noch lange nicht in Sicht

 

Im März oder April soll es endlich losgehen mit der Sanierung der fünfzehn Bahnbögen an der Bartholomäus-Schink-Straße in Ehrenfeld. Bislang sind diese kaum zu nutzen, da Feuchtigkeit durch die Decke eindringt. Auf Anfrage der StadtRevue bestätigte jetzt ein Sprecher der Deutschen Bahn, deren Tochterunternehmen DB Netz der Eigentümer ist, dass die Sanierungsarbeiten zunächst in den Bögen am Ehrenfeldgürtel beginnen werden. Danach sei es das Ziel, drei bis vier Bögen pro Jahr zu erneuern. 

 

So könnte eine unendliche Geschichte doch noch ein Ende nehmen. Mittlerweile ist es bereits knapp zehn Jahre her, dass die Pächterin der Bögen, die Bahnbögen Köln GmbH mit ihrer Idee an die Öffentlichkeit trat, die Gegend rund um den Bahnhof Ehrenfeld mit Kneipen, Restaurants, Kleinkunst und Einzelhandel als Flanier-und Ausgehmeile aufzuwerten.

 

Passiert ist in all diesen Jahren trotz zweier Bahnhofskonferenzen mit Politik, Deutsche Bahn und der Bahnbögen Köln GmbH kaum etwas. Sieht man vom Club Bahnhof Ehrenfeld ab, der in diesen Tagen den dritten Bogen einweihen wird, zeichnet sich ein tristes Bild. Bei Sabine Neumeyer, die seit Jahren die Event-Location »Linie 7« in einem Bogen an der Bartholomäus-Schink-Straße plant, tropft weiterhin Wasser von der Decke. Glaubt man Stefan Rüberg von der Bahnbögen Köln GmbH, könne man dafür niemanden verantwortlich machen. Das Feuchtigkeitsproblem sei nicht zu unterschätzen, so Rüberg. 

 

Für Anne Luise Müller, Leiterin des Stadtplanungsamtes, hat die Glaubwürdigkeit des Projekts durch die lange Verzögerung stark gelitten. Deshalb müssten nun Taten folgen, fordert Müller. Auch Bezirksbürgermeister Josef Wirges (SPD) betont, dass endlich mit der Instandsetzung begonnen werden müsse. Aber selbst dann wäre das Problem nur teilweise gelöst. »Die Hüttenstraße wird ausgeblendet«, bemängelt Christiane Martin, Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Ehrenfelder Bezirskvertretung. Auch hier ist die Pächterin die Bahnbögen Köln GmbH. Stefan Rüberg versichert, der Ausbau werde noch binnen eines Jahres beginnen. An dieser Stelle gebe es kein Feuchtigkeitsproblem. Umso mehr verwundert es, dass auch hier die Ausbauarbeiten noch nicht begonnen haben.

 

Sollte aber die Sanierung in den kommenden fünf, sechs Jahren tatsächlich abgeschlossen werden, hätte Ehrenfeld allerdings noch längst keine Flaniermeile. Nun soll es in diesem Jahr eine weitere Bahnhofskonferenz geben. Für Sabine Neumeyer könnte dies zu spät sein. Sie führt einen Rechtsstreit mit der Bahnbögen Köln GmbH, weil ihr unzulässigerweise gekündigt worden sei, wie Niemeyer sagt. Bei der Bahnbögen Köln GmbH will man sich dazu nicht äußern.