von Inga Krause

»Im Zwischenbereich von Kunst und Kommerz«

Vier Tage langt zeigt die »Illu 16« Arbeiten von etwa 50 Illustratoren. Ein Interview mit Festival-Organisator Peter Pichler

 

Wie und wann entstand die Idee für ein Illustratorenfestival?

 

Das Festival ist aus einem Stammtisch hervorgegangen. Das Jubiläum der Illustratoren-Organisation sollte gebührend gefeiert werden, und daraus hat sich dann der Festivalgedanke entwickelt.

 

Das Festival ist regional auf Nordrhein-Westfalen beschränkt, gibt es dafür einen Grund?

 

Erstmal ist das eine Frage der Organisation und Logistik. Um ein bundeweites Festival stemmen zu können, bräuchten wir mehr finanzielle Mittel. Man muss leider sagen, dass wir auch jetzt schon wegen der geringen Unterstützung der Stadt Köln nicht viel Spielraum haben. Wir zählen eben nicht zu den freien Künstlern, die gefördert werden. Wir sind im Zwischenbereich von Kunst und Kommerz, wir verdienen ja alle unser Geld in der Kreativwirtschaft. Das ist eben so ein Bereich, der momentan nur wenig Förderung bekommt. Als Illustratoren sind wir Auftragskünstler und werden dann auch oft mit der Werbewirtschaft in Verbindung gebracht — was ja auch richtig ist. Zu unserer Branche gehören die Verlage, die Werbung, das Fernsehen oder die Mode-industrie. Und das, was wir machen, ist keine freie Kunst, sondern eben ein Zwischending. Darauf legen wir auch Wert, obwohl sicher viele der ausgestellten Werke dem Begriff der freien Kunst genügen. 

 

Ist das Festival auch eine Möglichkeit, diesen Zwischenbereich deutlicher machen?

 

Genau darum geht es. Alle, die dort ausstellen, sind kreative Unternehmer, teilweise auch Startups. Viele Illustratoren machen sich auf eigenes Risiko selbstständig und müssen erstmal überlegen, wie sie ihr Geld verdienen und trotzdem frei arbeiten können. Es gibt ja auch viel Konkurrenz, gerade hier in Köln. Da ist so ein Festival eine wichtige Plattform, auch für potenzielle Auftraggeber.  

 

Entstehen im Rahmen des Festivals auch Netzwerke, werden Erfahrungen ausgetauscht oder gemeinsam Ideen entwickelt?

 

Ja, natürlich. Fast alle Illustratoren haben einen großen Bedarf, sich auszutauschen oder Anlaufstellen zu haben, wo sie ihre Branche sichtbar machen können. Obwohl alle öffentlich mit ihren Werken arbeiten, stehen sie selbst als Produzierende immer im Schatten dessen, was veröffentlicht wird. Ein Festival ist eine tolle Gelegenheit, die Personen hinter den Arbeiten kennenzulernen. Die Öffentlichkeit nimmt die Illustration oft nur unbewusst wahr, zum Beispiel beim Durchblättern von Zeitschriften. Viele staunen dann über die Präsenz an Originalen beim Festival — das ist einfach etwas ganz anderes als eine PDF-Datei. Alles ist physisch gemacht, genau das bringt das Festival gut rüber.

 

Warum zieht das Illustratoren-festival in diesem Jahr vom Design-quartier Ehrenfeld in die Südstadt?

 

Die Existenz der DQE-Halle in Ehrenfeld war und ist seitens der Stadt unsicher. Gleich-zeitig wollten wir etwas Neues mit anderem Wirkungskreis ausprobieren. Also haben wir uns umgeschaut und einen neuen Ort gefunden. Ich bin gespannt, was sich dort für eine Atmosphäre aufbaut. Das ist bestimmt etwas ganz Anderes, aber wir freuen uns schon sehr darauf.

 

24.–26.3., 11–18 Uhr, Michael Horbach
Stiftung, illustratoren-festival.de