Nicht mehr zu retten
Was sich längst abzeichnete, ist nun gewiss. Der Kalkberg in Buchforst ist ungeeignet, um dort eine Rettungshubschrauber-Station der Feuerwehr zu errichten. Schon Mitte vergangenen Jahres hatte es Risse an den Aufbauten gegeben. 50.000 Tonnen Erdreich mussten von der Kuppe wieder abgetragen werden, denn die Halde drohte, unter der Last wegzusacken. Es war zugleich das Ende der geplanten Aussichtsplattform, die man den Bürgern versprochen hatte und die auch als Lärmschutz für die Anwohner dienen sollte.
Seitdem gab es immer neue schlechte Nachrichten. Niemand wollte mehr glauben, dass die Chemiehalde der beste von rund 40 möglichen Standorten sei, wie Stadtdirektor Guido Kahlen (SPD) behauptete. Er und Feuerwehr-Chef Johannes Feyrer hielten unbeirrt an ihren Plänen fest.
Anfang März wurde nun der dritte Zwischenbericht des Instituts Roger Grün vorgelegt. Die Gutachter, die zuvor keine Bedenken hatten, sahen nun »unkalkulierbare Risiken«. Die Halde drohe abzurutschen, und sei das Wetter trocken und komme Wind auf, könnten Giftstoffe wie Arsen und Blei in das angrenzende Wohngebiet geweht werden. Feuerwehr-Chef Feyrer sagte dazu, als Feuerwehrmann kenne er sich auch mit Wasser aus, der Berg müsse dann eben besprenkelt werden. Im Gesundheitsausschuss, der für die Rettungsflieger zuständig ist, wurden er und Kahlen ins Kreuzverhör genommen. Ausschussvorsitzender Ralf Unna (Grüne) empörte sich zudem, von Kahlen nicht rechtzeitig informiert worden zu sein.
Denn der Rat der Stadt hatte im Dezember einen Baustopp verhängt — bis auf Widerruf. Kahlen jedoch hatte weitere Maßnahmen eingeleitet, um die Halde zu sichern, wie er sagte. Auch Bäume und Sträucher waren entfernt worden, um die Deponie zu untersuchen. Das habe weitere Probleme verursacht, wie nun eine Mehrheit in den Ausschüssen und im Rat der Stadt vermutet.
Im Stadtrat beantragten am 15. März Linke, Piraten, Deine Freunde und Freie Wähler einen endgültigen Baustopp. Dazu konnten sich CDU, SPD, Grüne und FDP nicht entschließen. Sie stimmten dafür, zunächst die Halde zu sichern und andere Standorte zu untersuchen. Die Geestemünder Straße in Niehl und der Flugplatz Kurtekotten an der Stadtgrenze zu Leverkusen sind im Gespräch. Der dortige Sportclub hatte seinen Flugplatz schon vor Jahren angeboten, wurde aber von der Stadt Köln ignoriert — obgleich dort alle Voraussetzungen bestehen und keine Anwohner vom Fluglärm belästigt würden.
Bislang sind am Kalkberg 13,5 Millionen Euro verbaut worden. Allein eine Sanierung der Halde könnte weitere zehn Millionen Euro kosten.