Seite 17 von 18.
Als feststand, dass die Popkomm ab 2004 in Berlin stattfinden wird, war die Aufregung groß. Nun wird der Frage nachgegangen, ob bzw. für wen das überhaupt ein Problem ist.
Vom 24. bis 26. Juni haben die Wohnungslosen Kölns eine Ombudsfrau gewählt: die 61-jährige Olper Franziskanerin Alexa Weißmüller. Yvonne Greiner hat sie gefragt, wie sie zur Vertrauensperson der Wohnungslosen wurde und worin sie ihre Aufgabe sieht.
Das Loch wird tiefer: Im Juli gipfelte das Gerangel um das geplante Multimuseum am Neumarkt in einem weiteren kulturpolitischen Alleingang des OB, abstrusen Dementi und Vertuschungsversuchen – wie gewohnt alles über die Presse ausgetragen. Neben dem Schaden für die Kunststadt offenbaren die Versäumnisse vor allem ein politisches Desaster.
Kürzen, streichen, schließen: Das Haushaltssicherungskonzept liegt auf dem Tisch und wird heftig debattiert. Bis Ende Juli haben Verwaltung und Politik noch Zeit, darüber zu verhandeln und das 540-Millionen-Euro-Loch zu stopfen – sonst droht ein »Zwangshaushalt« vom Land. Hat Schwarz-Grün Alternativen zum sozialen und kulturellen Kahlschlag? StadtRevue lud den Finanzexperten der Grünen, Jörg Frank, und Jendrik Scholz von Attac zum Streitgespräch.
Der CSD Köln hat einen neuen Namen – Cologne Pride. Vom 4. bis 6. Juli wird in der Kölner Altstadt gefeiert, die Veranstalter erwarten eine Million BesucherInnen. Das diesjährige Motto heißt: »Liebe deine Nächsten – Antidiskriminierungsgesetz jetzt!«. Yvonne Greiner hat mit Gerhard Grühn über die Hintergründe eines Antidiskriminierungsgesetzes gesprochen.
Migration stellt scheinbare Sicherheiten in Frage – bei MigrantInnen und in der so genannten Mehrheitsgesellschaft. Fremdheitserfahrungen machen zurzeit auch das Kölner »Dokumentationszentrum für
Migration aus der Türkei« und der »Kölnische Kunstverein«, deren gemeinsames »Projekt Migration« im Juni startet. Thomas Goebel hat nachgefragt, was während der nächsten zwei Jahre geschehen soll.
Immanuel Wallerstein über die Folgen des Irak-Kriegs
»Ne Travaillez Jamais!«
Straßennamen dienen nicht nur der Orientierung, sie erzählen auch Geschichte. Aber nicht immer sind sie sofort zu verstehen – neben Straßennamen wie Kaiser-Wilhelm-Ring, die jeder sofort als Gedenkmarken begreift, existieren merkwürdige sprachliche Ungetüme: Unter Fettenhennen, Obenmarspforten oder Kattenbug. Diesen Namen ist der Kölner Germanist Peter Glasner in einer opulenten Studie auf den Grund gegangen: »Die Lesbarkeit der Stadt«. Christel Wester hat mit ihm gesprochen.
Rund um die Uhr werden in allen Bildmedien Impressionen vom Irak-Krieg präsentiert. Zu sehen gibt es jedoch nichts. Mark Terkessidis hat zugeschaut und sich dabei an den Nato-Einsatz gegen Jugoslawien von 1999 erinnert.
Im zweiten Teil unserer Serie »Zukunft der Arbeit – Jenseits von Hartz und ver.di« geht Holger Heide der Arbeitsgesellschaft auf den Grund und entdeckt Zwang, Gewalt, Traumatisierung und Entfremdung. Der aktuelle Ausdruck davon ist die Arbeitssucht.
Mit »Elefantenherz« kommt Ende April der erste Film des ehemaligen KHM-Studenten Züli Aladag in die Kinos. Martin Klein sprach mit ihm über Boxerfilme, das Studium in Köln und seinen Hauptdarsteller Daniel Brühl.
Köln muss sparen, aber wo? Täglich kommen neue Gerüchte und Meldungen über
Kürzungsvorschläge im Kulturbereich. Bis zum Redaktionsschluss schien nur eins sicher:
An der teuren Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas soll festgehalten werden.
Sabine Oelze über die kulturell und städtebaulich desaströse Lage der Stadt.
Die Menschenrechtslage
im Irak ist verheerend.
Gerne wird sie als Grund für ein notwendiges militärisches
Eingreifen instrumentalisiert. Gleichzeitig sinken die
europäischen Anerkennungsquoten für irakische AsylbewerberInnen drastisch –
in der BRD liegt sie derzeit
bei 13 Prozent, im Jahr 2001 waren es noch 60 Prozent. Über die Hintergründe
sprach Yvonne Greiner mit
Karl Kopp, der bei der Menschenrechtsorganisation pro asyl für europäische Flüchtlingspolitik zuständig ist.
Um ihren maroden Haushalt aufzubessern, verfallen immer mehr Kommunen auf einen transatlantischen Steuertrick. Dessen Risiko allerdings ahnen viele
Verantwortliche nicht mal. Werner Rügemer erklärt das Prinzip »Cross Border Leasing« und sagt, warum in Köln US-amerikanische Straßenbahnen fahren.
Terre Des Femmes startet eine Kampagne zum Thema Zwangsheirat.
Weltweit verstärken sich die Proteste gegen einen Krieg im Irak. Während Prominente und AktivistInnen in Köln auf einem Friedensschiff gegen den Krieg demonstrierten, skandiert man unter irakischen Oppositionellen in der Stadt Antikriegsparolen nicht so selbstverständlich wie in der deutschen Protestbewegung. Conny Crumbach sprach mit den irakischen Schriftstellern Khalid Al-Maaly und Hussain Al-Mozany sowie mit Magid Al Khatib von der Irakischen Friedensinitiative.
Ein Jahr SPD-Spendenaffäre, vier Jahre Korruptionsskandal
Dieser Meinung ist jedenfalls der Kulturwissenschaftler Norbert Bolz. Und er vertritt sie vehement in seinem soeben erschienenen Buch »Das konsumistische Manifest«. Gisa Funck hat ihn im Interview nach den Hintergründen gefragt.
Die Moschee in Elsdorf bei Bergheim war 2001 Ziel eines Brandanschlags jugendlicher Neonazis. Ein Präventionsprojekt der Kölner Polizei soll verhindern, dass Jugendliche aus dem neonazistischen Umfeld ebenfalls zu Überzeugungstätern werden. Marion Menne hat die Beamten bei ihren Überraschungsbesuchen begleitet.
Mit dem neuen Schuljahr hat in NRW ein Modellprojekt begonnen. Selbständige Schule heißt es, viel Eigenverantwortung der Schulen postuliert es. Thilo Guschas hat sich umgehört und umgesehen, welche Neuerungen sinnvoll sind und welche fraglich.
Computerspiele werden gerne für alle möglichen Verfallserscheinungen westlicher Gesellschaften verantwortlich gemacht. Wenn sich in Köln regelmäßig Fans des virtuellen Sports treffen, um den Profis am Joystick zuzuschauen, muss man allerdings keine Angst vor Hooligans haben. Christian Gottschalk hat sich bei den Spielen der Electronic Sports League umgesehen.
Am 25. November ist es soweit. Wenn die Geburtstagfeiern steigen, wird man von offizieller Seite vermutlich recht wenig über NS-Eliten erfahren. Die Politologin Gudrun Hentges gab im Interview mit Felix Klopotek darüber Auskunft.
Trotz Protestaktionen und Besetzung wird auf dem Gelände des ehemaligen Josef-Haubrich-Forums ein neuer Museumskomplex entstehen. Über eine städtebauliche Lösung, die nur wenige verhindern wollten – mit der aber niemand wirklich glücklich ist.
Initiative in NRW: Öffentliche Haushalte sollen geschlechtergerecht erstellt werden.
Seit Mitte April zieht eine Karawane von 750 Roma durch die Republik, um Gehör für ihre Forderungen zu finden: Sie wollen ihre Zwangsrückführung ins ehemalige Jugoslawien verhindern, die die Innenministerkonferenz inzwischen beschlossen hat. Derzeit campieren die Roma in Düsseldorf. EREN ÖNSÖZ hat mit Dzoni Sichelschmidt, dem Sprecher des Centre of Integration, Affirmation and Emanzipation of the Roma in Germany (CIAER Roma-Union), über die Diffamierungen durch Düsseldorfs Oberbürgermeister Erwin und die Hintergründe der Flucht aus Jugoslawien gesprochen.
Beruflich erfolgreiche, aber allein stehende Frauen wie Ally McBeal, Carrie Bradshaw und Bridget Jones ziehen Millionen von ZuschauerInnen vor Leinwand und Fernsehbildschirm. Astrid Böger über ein Phänomen, dem die diesjährige Feminale ein Sonderprogramm widmet.
Die ab 2003 erhobenen Gebühren für so genannte Langzeitstudenten werden gerade die treffen, die sich außerhalb der Universität wichtige Qualifikationen für den Beruf holen. Verschiedene StudentInnen legen dar, warum die Regelung zum Bumerang werden kann.
Wie jeden Herbst macht »plan« mit Ausstellungen, Vorträgen, Workshops und Exkursionen die Architektur zum zentralen Thema der Stadt. Einem besonderen Problemfall hat sich in diesem Jahr der Bund Deutscher Architekten (BDA) angenommen: der Hahnenstraße – hier wird eine ganze Reihe von Installationen aufgebaut. Organisert hat diese Reihe die Architektin Kai Mettelsiefen. Mit ihr und ihrem Kollegen Seyed Mohammad Oreyzi hat Christel Wester über Stadtplanung in Köln und über die verborgenen Seiten der berüchtigten Verkehrsschneise gesprochen.
Die Bewegung der Glücklichen Arbeitslosen polemisiert gegen den Erwerbszwang. Mit gut gestellten Fragen, charmanten Ideen und
ein paar konzeptionellen Schwächen: drei gute Gründe für ein Gespräch. Uli Hufen traf den »Glücklichen Arbeitslosen« Guillaume Paioli, inmitten von Hunderten verschwitzter Kulturarbeiter und -konsumenten während des Großevents Theater der Welt. Paoli hatte dort einen entspannten Vortrag gehalten, Titel: »Ist Arbeitslosigkeit wirklich ein Problem?«.