Viele Jahre war hier einst eine der letzten Metzgereien der Gegend ansässig. Nach deren Schließung gaben sich schon einige Gastronomen, die vorrangig ein Hipster-Publikum bedienten, die Klinke in die Hand. Das geht augenscheinlich auch mit der Neueröffnung so weiter. Der kleine, helle Raum ist sparsam dekoriert, was auch dafür sorgt, dass es schnell recht laut wird. Die Fensterbank dient auch als Sitzplatz, dort und auf den Holzstühlen sitzen meist junge Gäste, man sieht viele Piercings und Tattoos, die Stimmung ist leger. Auch draußen sind alle Plätze schnell besetzt, am Nebentisch füttert eine Frau ihren Pudel mit Bifi.
Das Angebot ist recht umfangreich: Es gibt knapp ein Dutzend »Schnitten« (6–11 €), große, dicke Brotscheiben, aus Sauerteig oder Vollkorn, belegt etwa mit Burrata, Pesto und Pistazien oder mit Hummus, Avocado und Tomate. Die »süße Schnitte« mit vielversprechender Mischung aus Erdnussbutter und Marmelade ist dick bestrichen; dennoch ist das Ergebnis etwas trocken und die Marmelade zu süß, man wird aber gut satt davon. Eine herzhafte Variante umfasst schön luftiges Rührei, das schmeckt gut, wenn auch das annoncierte Trüffelaroma sehr dezent ausfällt und auch der Parmesan kaum zur Geltung kommt. Der Kaffee ist aromatisch (Cortado, 3,50 €), nur etwas klein. Auf der Naturwein-Karte finden sich gute, nicht zu schrille Weine (Orange von Zillinger, 5,30 € für geschätzte 0,15 l), als Bier ist unter anderem Leffe blond vorrätig.
50674 Köln, Belgisches Viertel, Brüsseler Str. 66, Ö: 10–22, Fr/Sa bis 1.30, So bis 18







