Vor 15 Jahren galt 3D als die Zukunft des Kinos. Der Erfolg von James Camerons »Avatar« (2009) schien einen Weg zu weisen, mit einem besonders immersiven Erlebnis verlorene Kinozuschauer*innen zurückzugewinnen. An 3D glaubt heute nur noch Cameron selbst. In den letzten Jahren haben dagegen IMAX-Kinos eine immer größere Bedeutung bekommen. Die kanadische Firma zertifiziert seit den 70er Jahren Kinosäle, die bestimmte Bedingungen an Raumgeometrie, Leinwandgröße, Ton- und Bildqualität erfüllen, um ein besonders eindrückliches Erlebnis zu ermöglichen.
Der Erfolg hängt nicht zuletzt mit Christopher Nolan zusammen, der nicht müde wird, IMAX zu preisen. Sein neuer Film »Die Odyssee«, der am 17. Juli in Deutschland startet, wird der erste Film sein, der komplett auf einer analogen IMAX-70mm-Kamera gedreht wurde, für Nolan der Olymp der Bildqualität. Wer »Die Odyssee« auch wirklich auf Analogfilm in einem IMAX-Kino erleben will, kann das in Europa allerdings nur in Prag oder London tun. Die nächste »normale« digitale IMAX-Vorführung von Köln aus gibt es in Düsseldorf im UCI-Multiplex.
Aber warum hat Köln eigentlich kein IMAX? »Ein IMAX-Saal wäre grundsätzlich baulich möglich gewesen«, schreibt Holger Pfaff, Geschäftsführer von Kölns einzigem echten Multiplex Cinedom, auf Anfrage der Stadtrevue. »Allerdings hätten die sehr spezifischen technischen Anforderungen von IMAX dazu geführt, dass die Leinwand — und damit das tatsächliche Kinoerlebnis — kleiner ausgefallen wäre als in unserem jetzigen Konzept.« Stattdessen hat sich der Cinedom in seinem Saal 4 für ein System der belgischen Firma Barco entschieden, in Kombination mit Ton von Dolby Atmos. Die Firma verspricht besonders hohe Helligkeit und Kontraste bei der Projektion. »Auch wirtschaftlich ist dieses Setup für unsere Gäste attraktiver, da wir die Ticketpreise niedriger halten können als bei einem klassischen IMAX-Modell«, so Pfaff.
Um allerdings die Qualitäten der Barco-Technologie voll ausschöpfen zu können, müssen Filme extra farbkorrigiert werden. Für aktuelle Blockbuster wie etwa Steven Spielbergs »Disclosure Day« oder den Horrorerfolg »Obsession« (siehe S. 51) ist das geschehen. Eine Anfrage der Stadtrevue, ob auch »Die Odyssee« für die Barco-HDR-Laserprojektion optimiert wurde, blieb leider bis Redaktionsschluss unbeantwortet.







