Du hast zunächst Animationsfilme realisiert. Dein Langfilm-Kinodebüt »Ein schöner Ort« ist ein Spielfilm. Wie kam der Wechsel zum Realfilm zustande?
Es war ein organischer Übergang, den ich nicht bewusst als einen Wechsel wahrgenommen habe. Jede Idee fragt nach einer eigenen Form. »Ein schöner Ort« konnte nicht von mir allein gezeichnet werden. Dieser Film lebt sehr viel von Textur, Haptik der Welt, von menschlichen Gesichtern und Wind in den Baumspitzen. Zugegeben, hat mich auch der persönliche Wunsch, im Prozess der Herstellung mehr Überraschung und »Leben« zu erfahren, weg vom Zeichentisch ins Feld geführt. Beim Realfilm spielen noch mehr praktische, aber vor allem auch menschliche Faktoren zusammen. Das Ergebnis und Erlebnis beim Machen wird noch vielschichtiger als das, was zunächst auf dem Papier stand.
Für »Ein schöner Ort« hast Du 2023 auf dem Locarno Film Festival den Preis als beste Nachwuchsregisseurin erhalten, beim Film Festival Cologne 2023 den NRW Filmpreis. Jetzt kommt der Film regulär ins Kino. Warum hat das so lange gedauert?
Der Film hat auf Festivals beeindruckt, aber auch Unsicherheit in Bezug auf die Vermarktung geweckt, so dass sich kein Verleih herantraute. Er hat eine spezielle Form, kann nicht so einfach in ein Genre eingeordnet werden. Außerdem lädt er beim Schauen ein, mental aktiv zu sein. Das sehen einige als Barriere an, was schade ist. Aber auch mit Verspätung: die Themen des Films sind immer noch sehr aktuell.
Kannst Du in einem Satz sagen, worum es im Film geht?
Es geht um Menschen, die sich fragen, ob und wie sie aus Stagnation und Verfall ihrer Welt herauskommen und wie sie innere Vorstellungen mit der äußeren Wirklichkeit in Einklang bringen können.
Warum sollte man »Ein schöner Ort« im Kino sehen?
Die audiovisuelle Erfahrung im Kino ist immer noch nicht zu überbieten. Dieser Film hat trotz seiner Bescheidenheit in der Produktion Bilder für die Leinwand und ein starkes Sounddesign. Das lässt sich am besten im Kino erleben.
Zum Zeitpunkt des Filmstarts von »Ein schöner Ort« arbeitest Du längst an neuen Projekten. Was kannst Du darüber sagen?
Im letzten Jahr habe ich viel geschrieben. Es gibt mehrere Drehbücher auf dem Tisch. Es ist nun eine Frage von Zeit und Finanzierung, was davon als nächstes Realität wird.







