AACKR sind nur zu zweit und verzichten in der Regel auch noch auf Gesang. Aber wäre es falsch, sie als Minimalisten zu bezeichnen. Denn E-Gitarrist Axel Autschbach und Schlagzeuger Christian Kußerow (»Kusse«) backen keine kleinen Brötchen, sondern legen ein ziemliches Brett aufs Parkett. Musik, die auch vor düster-dramatischem Pathos nicht zurückschreckt.
Mit »WTF« haben die beiden Kölner nach zwei EPs nun ihr erstes Album vorgelegt. Auf dem wird gerifft, was das Zeug hält — oftmals in repetitiven Schleifen und krummen Takten, meist mit brachialer Härte und bolzender Snare. Monotonie, minimale Variationen, Dissonanzen sowie bewusst gesetzte, erlösende Harmoniewechsel und Eruptionen verleihen der Musik eine Techno-hafte Dramaturgie und lassen auch bei Neunminütern niemals Langeweile aufkommen. Das klingt nach Kraftraum und setzt gewiss ein hohes Maß an Fitness voraus. Apropos: Fitness hieß die Band, in der Axel und Kusse zuvor spielten, damals noch mit Sänger Armin Billens und deutschsprachigem Post-Punk.
Nun also wuchtiger Instrumentalrock im Duo-Format: »Wir fanden die Idee interessant, einfach zu zweit auf die Bühne zu gehen, probierten es aus, und so ist es bis heute geblieben,« berichtet Kusse. Am Anfang eines Tracks steht bei AACKR meist eine Gitarrenfigur, erklärt Axel, der seine tiefergelegte Baritongitarre gleichzeitig über einen Gitarren- und einen Bassamp spielt: »ein Riff, ein bis zwei Teile als Impuls, selten mehr, und damit spielen wir dann im Proberaum zu zweit rum, nehmen es auf, arrangieren die Parts, und arbeiten weiter daran, Samples und Sounds, können zu jeder Zeit im Prozess dazukommen«.
Trotz der Abwesenheit von Text und Gesang gibt es bei jedem Stück neben der musikalischen aber immer auch eine inhaltliche Ebene, so Kusse: »Alltag, Politik, Krisen — wir hatten eine Zeit, in der wir viel Zeit bei den Proben für Gerede verwendet haben: Pandemie und der russische Angriffskrieg waren für uns alles andere als Stimmungshochs und mussten verarbeitet werden.«
Überhaupt ist der kommunikative Aspekt des Musikmachen für die Beiden sehr wichtig. »Heutzutage ist das für mich eine Möglichkeit, sich einzubringen, mir und anderen gute Momente zu schaffen, mit Leuten in Kontakt zu kommen, sich auszutauschen«, sagt Axel — und Kusse bringt es mit folgenden Schlagworten auf den Punkt: »Freundschaft, Kreativität, Ausdruck, Disziplin, Ausdauer, Freud und Leid und jede Menge interessante Begegnungen.«
Tonträger: »WTF« von AACKR ist bereits erschienen.







