Das digitale Foyer

In einem gemeinsamen Projekt eröffnen das FFT und die Oper Düsseldorf einen neuen Ort der Begegnung — im Netz

Eine »digitale Offensive« soll es sein, das neue Projekt, das das Forum Freies Theater und die Oper Düsseldorf gemeinsam starten. 816.000 Euro haben sie dafür von der Kulturstiftung des Bundes bekommen. Eröffnen will man damit an den beiden Häusern nun einen neuen Raum, ein »digitales Foyer«, das Kunst und Stadtgesellschaft zusammenbringt und neue künstlerische Wege erforscht. Auf dem Programm stehen Experimente mit virtual und augmented reality, mehrsprachige Workshops und Veranstaltungsreihen, etwa zum Thema »Cultural Hacking«, also der Umdeutung von kulturellen Codes, um die dahinter stehenden, althergebrachten Vorstellungen aufzubrechen.

Das Foyer sei das Zentrum eines jeden Theaters, schreibt der Journalist Arnd Wesemann in der gerade im FFT erschienenen Pub­likation »Theater ohne Haus«. Es sei die Feuerstelle, um die franzö­sische Bedeutung des Wortes zu bemühen, an der sich das Publikum versammelt — oder wie der Theaterwissenschaftler Marvin Carlson es an anderer Stelle schreibt: ein Zwischenraum auf dem Weg von Alltag zu Bühnenraum, in dem sich sowohl Schauspieler*innen als auch Zuschauer*innen auf ihren Rollenwechsel vorbereiten. Aber an welche Art von Formaten denken wir, wenn wir an ein digitales Foyer denken? Welche Funktionen wird dieser neue Raum haben und wer wird sich dort treffen?

Zusammen mit der Arbeitsgruppe »Mixed Reality and Visualization«, MIREVI, der Hochschule Düsseldorf gehen die beiden Häuser diesen Fragen nach. Das dürfte ein ausgesprochen fruchtbarer Zusammenschluss sein, denn das MIREVI hat in der Vergangenheit bereits darüber geforscht, wie sich digitale Zusammenkünfte mit ihrer häufig zeitverzögerten nonverbalen Kommunikation authentischer anfühlen und wie ein virtueller Raum gestaltet sein muss, um ihn kreativ nutzen zu können.

Gut gewählt ist unterdessen auch der Zeitpunkt für das auf vier Jahre angelegte Projekt: Das Forum Freies Theater ist seit der Schließung seiner alten Spielstätte im Dezember 2020 ein »Theater ohne Haus« — bis zur Neueröffnung an der neuen, von der Stadt Düsseldorf gestellten Location am KAP1. Auch an der Oper Düsseldorf wird über einen Neubau diskutiert. Eine gute Zeit also, um neue Räume zu erkunden.

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