»Die Ereignislosigkeit, die diese Landschaft ausstrahlte, machte ihn ruhig, noch ruhiger, ließ ihn langsamer laufen, immer wieder innehalten, schauen.« Die Welt in Asche. Nach dem dritten Weltkrieg scheint alles pulverisiert. Hendrik Otrembas vierter Roman erzählt von einem Engel der Geschichte, der auf den Schutt der Vergangenheit starrt. Einem einsamen Gräber, der, als »quälende Laune einer unbegreiflichen Natur«, zur Unsterblichkeit verflucht, sich im Angesicht gigantischer aufgesprengter Abgründe in den Ruinen Berlins in die Endlichkeit vergräbt. Es sind melancholische wie atmosphärisch sehr dicht beschriebene Landschaften, Gegenstände und Bilder von großer Einsamkeit, durch die man hindurchwatet. Immer wieder flackern dabei Erinnerungen des Protagonisten Oswald Kerzenrauch auf.
Da ist Liebe, die, längst verglüht, noch kleine Funken im monotonen Denken dieses Gräbers schlägt. Er durchstreift dabei weiter diese triste Welt und sucht nach Gegenständen, die er an letzte Überlebende weitergibt. Ein gespenstisches und darin sehr zeitgemäßes Buch, das im Angesicht von Krieg und Katastrophen erschreckt, vielleicht deprimiert, aber auch aufrafft. So versuchen viele Stellen von Gefühlen von Verlust, Verbundenheit und Liebe immer wieder einen flackernden Weg durchs Aschemeer zu erhellen.







