Immer kürzere Bewegtbild-Clips auf Social Media führen zu einer immer kürzeren Aufmerksamkeitsspanne. Das Team des Kurz Film Festival Köln (KFFK) rund um Festivalleiter Johannes Duncker ist bemüht, auf derartige Entwicklungen mit neuen Formaten zu reagieren. »Unser neues Kurzfilm-Turnier »Battle of the Shorts« mit maximal sechzigsekündigen Kurzfilmen ist ein bisschen mit Augenzwinkern zu verstehen«, so Duncker. Man wolle mit dieser sehr kurzen Form aber auch die Hürden für das Produzieren eines Films senken und mehr Menschen zum Filmemachen bringen. Für »Battle of the Shorts« sind explizit kein Vorwissen und keine technischen Voraussetzungen nötig. Die Entwicklung bei Social Media, wo sich nach drei Sekunden entscheidet, ob man dran bleibt oder nicht, sieht Duncker allerdings kritisch. »Social Media ist nicht nur ein Angriff auf unsere Aufmerksamkeitsspanne, sondern auch auf politische Meinungsbildung und gesellschaftlichen Konsens.« Umso wichtiger seien Begegnungsräume wie Filmfestivals, an denen man von Angesicht zu Angesicht über Filme, Kultur und Gesellschaft diskutiere.
Das KFFK feiert vom 18. bis 23. November seine 19. Ausgabe. Der Kurzfilm wird häufig mit dem Studentenfilm gleichgesetzt, obwohl etablierte Filmemacher*innen immer wieder gerne zu dem Format zurückkehren, um dessen ganz eigene künstlerische Möglichkeiten zu nutzen. Tatsächlich hat das KFFK aber ein sehr junges Publikum, »das im regulären Kinobetrieb oft unterrepräsentiert ist, vielleicht aber auch einfach vernachlässigt wird«, so Duncker. »Wir zeigen viele Filme, die von jungen Menschen gemacht und damit sehr am Puls der Zeit sind. Gleichzeitig freuen wir uns auf alle, die Lust auf Programme haben, die zum Nachdenken anregen und trotzdem unterhalten können.« Stoff dafür gibt es reichlich. Insgesamt präsentiert das KFFK mehr als 100 Filme. Den Kern des Festivals bildet nach wie vor der Wettbewerb. In weiteren Programmen kann man die Themen »Liebe« und »Vergänglichkeit« erkunden, die Filmlandschaft Kroatiens und VR- oder KI-Experimente. Und die neuen Formate »Cereal Cinema« und »Midnight Madness« bieten »gechillte Kurzfilme zum Frühstück oder Gruseliges zur Mitternacht«, so Johannes Duncker. »Das ist der spielerische Zugang zu Filmen und Filmkunst, der unser Festival auszeichnet«.
KFFK — Kurz Film Festival Köln, 18.–23. November, diverse Orte,
www.kurzfilmfestivalkoeln.de







