Das junge Team von Frohnatur hat nach einer Weinstube in Ehrenfeld, Bistro und Bar im Friesenviertel nun ein Café in bester Lage im Agnesviertel eröffnet. Die bodentiefen Fenster zur Neusser Straße laden ein zum Sehen und Gesehenwerden, und wenn die Sonne scheint, versammelt sich schnell viel Volk an den Außentischen, die sich nonchalant auf den stark frequentierten Gehweg erstrecken.
Zuvor war das Café Pauline mit Blümchentapete hier ansässig, doch nach blitzschneller Renovierung wirken die Räume nun ganz anders: Hellgraue Wände und wenige Lichtakzente bieten den optimalen Hintergrund für all die Insta-Bilder, die hier am laufenden Band produziert werden. Bestellt wird beim freundlichen Personal an der Theke, es gibt guten, milden Kaffee von der Kölner Rösterei Ernst (Cortado 3,60€, Hand Brew 5,20€). In einer Vitrine stehen Kuchen, Müsli und appetitlich belegte Sauerteigbrote zur Ansicht.
Die Preise sind kühn, allerdings schmeckt es auch. Das Bananenbrot mit großen Schokostücken ist schön saftig, der Rüblikuchen hat eine feine Zimtnote. Das mit Ketchup und sauren Gurken servierte Grilled-Cheese-Sandwich ist arg dunkel geraten und schießt mit 10,50 Euro den Vogel ab — satt wird man davon nicht. Das meist junge Publikum, oft mit Laptop oder Hund auf dem Schoß, scheint die Preise gern in Kauf zu nehmen. Aber bekommt man hier eigentlich auch Naturwein, für den Frohnatur ja bekannt ist? Man habe noch keine Schanklizenz, sagt die junge Bedienung. Doch man kann eine Flasche für zuhause kaufen — sogar gekühlt.
50670 Köln, Agnesviertel, Neusser Str. 34, Ö: 9-18, Sa/So ab 10






