Lotte-Eisner-Preis

Der Kölner Filmclub 813 ist mit dem Lotte-Eisner-Preis. dem Spitzenpreis des Kinematheksverbundes, ausgezeichnet worden. Die Entscheidung der Jury deutet den Stellenwert an, den man dem 180-Platz-Kino an der Hahnenstraße beimisst. Erst letztes Jahr hatte man dem Kölner Kino den ersten Preis in der Kategorie »Kino, das zurückblickt« verliehen. Da darf das kleine Cineastenkollektiv, das den Filmbetrieb und das Kuratorium im Ehrenamt betreibt, stolz sein. In der Begründung der Jury heißt es: »Der Filmclub 813 e.V. erhält den Lotte-Eisner-Preis für sein ausgezeichnetes, erfrischend kreatives Programm, das Alt mit Neu, Stumm mit Ton, Kunst mit Pop und Konsenskanon mit Trash verbindet. Der Filmclub 813 zeigt außergewöhnliche Filme in vorwiegend analoger Vorführpraxis.«

 

Neben dem Programm hat das Kino auch über die Stadt hinaus ein Alleinstellungsmerkmal. Der Filmclub arbeitet seit 1995 mit zwei 35mm-Projektoren aus dem ehemaligen AKI-Hauptbahnhofskino in Frankfurt im Überblendverfahren, das orginäre Programm läuft überwiegend von der Filmrolle. Bernhard Marsch, einer der Vorsitzenden des Clubs, betont im Gespräch, wie wichtig es ist, die Geräte im alltäglichen Betrieb zu halten. Mittlerweile hielten sogar Filmmuseen ihre eigenen Filmkopien unter Verschluss und würden meist nur noch Digital-kopien zeigen, so Marsch. Diese konservatorische Praxis gehe gänzlich am musealen Auftrag vorbei, auch Unikate dem Publikum zugänglich zu machen, moniert Marsch mit Nachdruck.

 

Marsch ist überzeugt, dass die Stadt eine beherzte Gruppe von Enthusiasten dabei unterstützen könnte, Köln als Vorreiter der nun offiziell prämierten »analogen Vorführpraxis« weiter zu etablieren. Und dabei denkt der Regisseur und Filmkurator nicht an sich oder seine Mitstreiter. Nein, es gehe darum, den Kinofilm, wie er über ein Jahrhundert lang erlebt wurde, einem Publikum weiterhin zugänglich zu machen. Mit einer Verdreifachung des Förderbetrags, etwa als Festbetrag (bislang erhält der Club 10 000 € als Defizitausgleichs-Förderung), ließe sich vieles bewerkstelligen, so Marsch. Das wäre im Gesamtetat der Kulturförderung nur ein kleiner, für die Cineasten von der Hahnenstraße jedoch ein großer Schritt. 

 

 

Mach mit: Gemeinsam sichern wir unabhängigen Journalismus für Köln!
→ Ja, ich abonniere die Stadtrevue!
→ Ja, ich erwerbe einen Anteil der Stadtrevue-Genossenschaft!


Tagnacht – Kölns Gastro-Guide. Essen, Trinken, Ausgehen in Köln: alle Küchen, alle Veedel! Hol dir ein Abo und erhalte als Prämie die tagnacht 2025/26 gratis dazu. 

Stadtrevue abonnieren →

Alle Prämien ansehen →

Unsere Magazine

tagnacht – Kölns Gastro-Guide: Essen, Trinken, Ein­kaufen, alle Küchen, alle Veedel, die besten Adressen der Stadt. 
ansehen / bestellen →


Raum 5 – Der Design Guide für Köln/Bonn: Neues und Schönes, Porträts und Tipps sowie 300 Design-Adressen. 
ansehen / bestellen →


alma — Das Kölnmagazin für Studis: Alles, was wichtig ist für den Durch­blick an der Uni und das Leben in der Stadt.
ansehen / bestellen →


kurzundklein – Ein ganzes Jahr Köln mit Kindern: Akti­vi­täten und Aus­flüge, Familien­politik, Stadt­leben, Adressen. 
ansehen / bestellen →


weiter! — Aus- und Weiter­bil­dung in Köln und der Region: Der Pocket-Guide mit rund 200 Adressen und vielen nütz­lichen Infos.
ansehen / bestellen →