Porsche in den Schredder

Bastian Hoffmann ist ein Meister des Aberwitzes

Das Auto wurde in der Kunst schon einige Male in Szene gesetzt, aber geschreddert und in Malfarbe verwandelt wurde es bisher noch nicht. Das ließ letztes Jahr sogar das Fernsehen auf Bastian Hoffmann (*1983) aufmerksam werden, zumal es sich dabei um einen makellosen Porsche ­Cayenne handelte.

»Today I want to show you…« heißt seine seit 2012 entstehende Serie humorvoller Video-Tutorials, die demnächst von »…how to turn a porsche into a painting« ergänzt wird. Im Stil der populären Do-it-yourself-Videos beschreibt der Künstler darin Schritt für Schritt die Umsetzung von eher absurd erscheinenden Vorhaben. In einem dieser Clips verfolgt man beispiels­weise, wie er den noch heißen Heizkörper mit Styropor verkleidet, um die Temperatur in seinem Zimmer (»but any appartment can be used«) der des winterlichen Außenraums anzupassen.

Was wie eine Parodie auf die im Netz kursierenden How-to‘s daherkommt, nimmt nicht nur die Idee des Selbermachens durchaus ernst. Hoffmann, der unter anderem an der Kölner KHM und als Gaststudent bei Thomas Grünfeld an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, betrachtet das Video-Tutorial als aktuelle Form der in der Kunst seit Fluxus, Happening und Concept Art bekannten »Handlungsanweisung«. Mit seinen Videos wie mit seinen skulpturalen Werken provoziert er Aufmerksamkeit für Dinge und Sachverhalte, die in unserer Alltagswelt so omnipräsent sind, dass man sie nicht mehr hinterfragt.

Attraktiv lackiert wird die Unterseite einer Holzdiele bei ihm zum temporären Blickfang einer Ausstellung, eine von Hoffmann gebaute Mauer widerspricht der Erwartung von Stabilität, indem sie sich niederzulegen scheint, und ein gewöhnlicher Stein wird zum Modell eines mit aberwitzigem Aufwand per Hand hergestellten Haufens nahezu identischer Steine.

Auch das Porsche-Projekt ­verwirklicht der Künstler, unterstützt von einem Schredder, der das Grobe erledigte, einem Gartenhäcksler, einer Bandschleif­maschine und einem Standmixer, quasi in Handarbeit. Ihn reizte daran neben der Frage, ob ein Auto nicht letztendlich nur Material ist, auch die Vorstellung, zwei Statussymbole, den Luxuswagen und das Kunstwerk, gegenein­ander auszuspielen. Um der Spannung auf das Video nichts vorweg­zunehmen nur noch so viel: Das Gemälde ist entstanden, es ist Schwarzgrau und 1,70 × 1,90 Meter groß. Für den Metallrahmen bevorzugte Hoffmann einen mattschwarzen Autolack.

Mehr Informationen: <link http: bastian-hoffmann.com _blank external-link-new-window external link in new>bastian-hoffmann.com

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