Sollten einem die abendlichen Reisen nach Bonn zu den Stummfilmtagen (siehe unser Aufmacher) lästig sein, dann wird man auch in der Kölner Heimat filmhistorisch fündig — und zwar auf der Schäl Sick, in den Lichtspielen Kalk, wo man sich an einer Reihe mit Swimmingpool-Filmen erfreuen darf.
In Jacques Tourneurs Horror-Monument »Katzenmenschen« (1942) verwandeln irrlichternde Schatten ein Kellerschwimmbad in einen Schreckensraum. Verachtung und Hass werden in Jacques Derays Psychothriller-Klassiker »Der Swimmingpool« (1969) in einer Villa nahe Saint Tropez ausgelebt, am Pool belauern und attackieren sich die Protagonisten. In Ulrich Schamonis melancholischer Komödie »Chapeau Claque — Die fröhliche Beichte eines Faulenzers« (1974) wird das Villaleben eines exzentrischen, vielleicht auch einsamen Privatiers durch einen schrulligen Teenie durcheinandergebracht, den das Schwimmbad des Hauses zu Nacktbadefreuden lockt. In Richard Marquands Satanismus-Schocker »The Legacy« (1978) ertrinkt eine erfahrene Schwimmerin im Pool, weil sich die Wasseroberfläche plötzlich in eine Platte aus nicht zu zerbrechendem Glas verwandelt. Das sind nur die relevantesten Titel der Reihe, die neben dem Kernmotiv eins eint: Sie sind alle super!
Ein etwas ambivalenter Hinweis ist der auf »Iracema« (1975) von Jorge Bodanzky und Orlando Senna, zu sehen im Allerweltskino. Der Film spielt mit Themen und Motiven des Romans »Iracema — A Lenda do Ceará« (1865) von José de Alencar. Wenn man diesen Klassiker der brasilianischen Romantik gelesen hat, wird die kolonialismuskritische Dimension des Filmes deutlicher, ansonsten hat er etwas schwülstig Chauvinistisches.
Und als letzte Empfehlung: Der kleinste gemeinsame filmkulturelle Nenner dieser Tage sind die Animationsfilme des Studio Ghibli. Die werden an verschiedenen Orten gezeigt — Meister Hayao Miyazakis »Ponyo — Das große Abenteuer am Meer« (2009) und Isao Takahatas »Die letzten Glühwürmchen« (2008) im Filmforum NRW, Miyazakis Markenfilm »Mein Nachbar Totoro« (1988) im Residenz Kino und Hiroyuki Moritas »Das Königreich der Katzen« (2002) in den Lichtspielen Kalk. Außerdem startet Miyazakis »Chihiros Reise ins Zauberland« (2001) als Wiederaufführung ab dem 13. August erneut in den Kinos. Das macht Hoffnung.







