Zwei junge Schauspielerinnen, eine grottenschlechte Theaterinszenierung: So begann die Geschichte des NN Theaters in den 80er Jahren. Nicht auf der Bühne, sondern als Zuschauerinnen im Publikum lernten sich Irene Schwarz und Ute Kossmann damals kennen und bemerkten schnell eine Gemeinsamkeit: Sie waren begeistert vom klassischen Straßentheater, wollten draußen spielen, unter freiem Himmel, und für Menschen, die nicht unbedingt ins Schauspielhaus gehen. Also gründeten sie 1987 das NN Theater. Ihr Markenzeichen: Die Inszenierung von klassischen Bühnenstücken, aber modern und vor allem komödiantisch. Goethes »Faust« inszenierte man als Western, Shakespeares »Macbeth« verlegte man in das Chicago der Dreißiger Jahre.
Seit dem Jahr 2000 veranstaltet die Theatergruppe ihr eigenes Festival im Friedenspark in der Südstadt. So auch wieder im August und September. Dann steht die Premiere von »Till Eulenspiegel« an, ein Stoff, der als »Schwanksammlung« weltweit bekannt ist. Im Mittelpunkt: Ein schlauer Narr, der das Wörtlichnehmen von Redewendungen als ein Mittel gebraucht, um die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen bloßzustellen und seinem Ärger über die Missstände Luft zu machen. »Mit scharfem Witz und unbändiger Lust am Spiel entlarvt Till schonungslos Gier, Eitelkeit und Scheinheiligkeit«, schreibt das NN Theater. Till Eulenspiegel wird hier zu einer Figur, die aus der Welt ausbricht, sich gegen die Regeln stellt, gegen die Mächtigen. Gegen die Dummheit.
Auf dem Programm stehen außerdem drei Wiederaufnahmen. Da ist einmal »Holmes & Watson«, eine temporeiche Krimi-Komödie frei nach »Der Hund von Baskerville« von Arthur Conan Doyle, und der wunderbare Theaterstoff »Peer Gynt« von Henrik Ibsen. Gleich drei Schauspielerinnen schlüpfen parallel in die Rolle des Peer. Das passt: Immerhin war es gerade das Festgelegt-sein, das »Entweder-Oder« des Lebens, vor dem Peer Gynt mit Lügengeschichten zu fliehen versucht. »Gibt es also ein Wiedersehen? Und wenn ja, kann man überhaupt nach all der Zeit wieder zurück in das alte Leben?«, fragt das NN Theater auch in der »Odyssee«, das noch einmal auf die Bühne kommt. Ein Wiedersehen, das zumindest wird es mit dem NN Theater geben, auf den Stufen des Bauspielplatzes, wenn das Bühnenlicht angeht.







