Der Kölner Architekt und Stadtplaner Martin Bachem wollte die mittelalterliche Stadtmauer wiedererwecken. Wo einst eine Befestigungslinie vor Feinden stand, sollte ein Schutzring gegen Wohnungsnot entstehen. Der Hochhausring sollte mindestens 100.000 Menschen Wohn- und Arbeitsraum bieten und auch die rechtsrheinische Innenstadt in Deutz umschließen. Bei seiner Verbindung von Vergangenheit und Zukunft sprach Bachem von einem »progressiven Denkmalschutz«. Wovon er nicht sprach: dem Status des Kölner Doms als Unesco-Weltkulturerbe, der verloren gegangen wäre und der schon viele Bauvorhaben in Köln kippte. Neben der »Living Wall« schlug Bachem auch einen innerstädtischen S-Bahn-Ring und einen neuen Hauptbahnhof in Deutz vor, sodass gar niemand erst auf die Idee kam, die Realisierbarkeit der Pläne ernsthaft zu prüfen. Der Express hatte Köln trotzdem schon mal einen neuen Kosenamen verpasst: das »Manhattan am Rhein«.
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