Was passiert hier ab 2031? Gelände des Berufskollegs in Porz

Hilfe für die Hitzeinsel

Auf dem Gelände des maroden Porzer Berufskollegs sollte längst ein Stadtgarten entstehen. Eine Initiative macht jetzt Druck

Wenn es nach dem Willen von mehr als anderthalbtausend Menschen geht, wird im Porzer Zentrum in ein paar Jahren ein Stadtgarten entstehen. Das ist das Ergebnis einer Online-Petition des Bürgerbündnisses Porz-Mitte, die Ende Januar Bezirksbürgermeister Lutz Tempel (SPD) überreicht wurde. Anlass waren die Auswirkungen des Klimawandels, die sich im Porzer Zentrum besonders bemerkbar machen, so Klaus Schäfer, Sprecher des Bündnisses. 

Nachdem am alten Marktplatz, dem Friedrich-Ebert-Platz, ein Warenhaus über Jahre leer stand, wurde es vor gut acht Jahren abgerissen — und der Platz mit drei Gebäuden für Geschäfte und Wohnungen bebaut: die sogenannte Neue Porzer Mitte. »Die Versiegelung beträgt hier 99 Prozent«, sagt Klaus Schäfer. »Das ist ist eine Hitze-Insel.« Das Bündnis hat etliche Untersuchungen zusammengestellt, die das belegen, und selbst Vorschläge zur Verbesserung der Situation gemacht — unter anderem mit den Plänen für den Stadtgarten. »Das ist umso wichtiger«, sagt Schäfer, »weil im Porzer Zentrum der Anteil vulnerabler Gruppen besonders hoch ist.« 

Das Gelände, das zum Porzer Stadtgarten werden könnte, liegt zwischen Haupt- und Josefstraße und nördlich der Karlstraße, schließt also an die Neue Porzer Mitte an. Neben altem Baumbestand befindet sich dort unter anderem eine Grundschule, über deren Verlegung bereits diskutiert wurde, sowie ein Berufskolleg. Dessen Gebäude sind marode, ein Umzug ist seit Jahrzehnten geplant, wurde aber immer wieder verschoben; nun soll es 2031 so soweit sein. 

Schäfer sagt, man müsse frühzeitig planen, was dann dort geschehen soll. Die Bäume müssten erhalten bleiben. Die bereits in der Porzer Politik diskutierte Wohnbebauung auf dem Gelände hält das Bündnis Porz-Mitte für falsch und hat bereits andere Flächen dafür vorgeschlagen.  Schäfer betont zudem, dass der Stadtgarten den Porzern versprochen worden sei. Tatsächlich wird er schon im »Entwicklungskonzept Porz-Mitte« von 2010 und dem daraus her­vorgegangenen Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) acht Jahre später genannt. Dann aber wurde das Projekt im Jahr  2022 nicht mehr weiterverfolgt — der Stadtverwaltung fehlte Personal und der Umzug der Berufsschule hatte sich immer weiter verzögert, sodass der Zeitraum für Fördermittel nicht eingehalten werden konnten, hieß es. 

Bezirksbürgermeister Lutz Tempel begrüßt die Initiative für den Stadtgarten. »Die Petition ist bereits an die Kölner Stadtverwaltung weitergeleitet worden«, sagt er. »Wir brauchen bis Ende März eine Stellungnahme zu den Plänen der Petition.« In der Sitzung der Bezirksvertretung Ende ­April soll das Thema dann  auf der ­Tagesordnung stehen.