In einem lang brachliegenden Ladenlokal haben Kasalla, Bandmanagerin Kim Gerstenberg und Gastronom Till Riekenbrauk (u.a. Johann Schäfer) ein Brauhaus eröffnet. Holzvertäfelung trifft auf klare Linien, dazu kommen kölsche Nostalgia, unterschiedlich gestaltete Gastraumbereiche und der Blick in die verglaste Küche. Auf der Karte stehen regionale Klassiker ebenso wie vegane Gerichte, die mehr sein wollen als bloße Alternative — und zum Gaffel gesellen sich ganz selbstverständlich Crémant und offene Weine (ab 7 €/0,15 l).
Wir machen den Spagat mit und bestellen das saftige Kotelett vom rheinischen Duress-Schwein (23,90 €) sowie das vegane »Steak« (19,90 €) auf Rote-Bete-Sellerie-Basis. Ersteres überzeugt mit kräftiger Malzbiersoße, Bacon-Jam und crunchy Topping aus feinen Semmelbröseln, letzteres mit tiefer Aromatik und spannenden Texturen durch Pak Choi und eingelegte Pilze. Handwerk und Produktqualität stimmen, auch die Beilagen wie fermentierter Spitzkohl oder hervorragende Pommes (je 6,90 €) sind mehr als Beiwerk. Günstig ist das nicht, die Rechnung geht aber angesichts der Wertigkeit auf.
Wer Kasalla-Fankult erwartet, muss danach suchen: Statt Devotionalien gibt es nur kleine Hinweise — etwa »Pommes & Champagner« auf der Speisekarte oder Kopfhörer zum Innehalten auf dem Weg zum Bad. Das ist kein Promi-Projekt, sondern ein sorgfältig durchdachtes Brauhaus, das regionale Küche mit zeitgemäßem Anspruch liefert.
50674 Köln, Belgisches Viertel, Aachener Str. 78–80, Tel. 56 05 54 24, marie-johann.de, Ö: ab 17, R: Mo, Di






