In der ehemaligen »Sülzburg« wird nun portugiesisch gekocht. Dahinter steht Fernando Castanheira, in Köln kein Unbekannter: Bis 2020 betrieb er das »A Caravela«, heute führt er das »Tor 1«-Café im Clouth-Quartier. Mit ehrlicher, handwerklich fundierter Landesküche füllt er eine Lücke in Sülz.
Innen weist die Holzvertäfelung noch Richtung gutbürgerlich, orangene Wände und dezente iberische Details sorgen für portugiesisches Flair. Erfreulich: Portugiesische Weine erhalten hier die Aufmerksamkeit, die ihnen gebührt.
Kulinarisch setzt man auf die große Bandbreite der portugiesischen Küche — Fisch, Fleisch und Grillgerichte. Die »Lulas recheadas« (25,50 €), mit Bauchspeck, fein gehackten Tentakeln und Zwiebeln gefüllter Tintenfisch, kommen in einer sämigen, Bisque-artigen Soße mit intensivem Meeresaroma. Das saftige, fein marmorierte Iberico-Karree (33,50 €) vom Grill überzeugt perfekt gegart und nussig im Geschmack. Dazu gibt es hausgemachte Chips und einen unkomplizierten Tomatensalat. Kein Sharing-Konzept, keine verspielte Interpretation, sondern großzügige Tellergerichte mit Fokus auf Produkt und Handwerk.
Als wir Stockfisch mit Zwiebelsoße und Schweine mit Venusmuscheln an uns vorbeiziehen sehen, wächst die Vorfreude auf den nächsten Besuch. Für heute beschließen wir den Abend mit einem jungen, frisch-süßen Portwein (5,50 €).







